Georg-August-Universität Göttingen
Mikroglia fördert die Invasivität von Karzinomzellen
Abstract
dc:descriptionHirnmetastasen sind die häufigsten Tumore des ZNS und stammen überwiegend von Bronchial- und Mammakarzinomen ab. Obwohl die Inzidenz in den letzten Jahren aufgrund der verbesserten Primärtherapie stark gestiegen ist, sind die therapeutischen Möglichkeiten noch immer begrenzt. Die Invasion von Tumorzellen und somit einer der ersten Schritte der Metastasierung werden durch Tumor-assoziierte Makrophagen (TAM) gefördert. Kürzlich konnte diese Arbeitsgruppe die Bedeutung des Wnt-Signalwegs für die Makrophagen-vermittelte Steigerung der Tumorinvasivität anhand der Hochregulation von Wnt 5a in kokultivierten Makrophagen nachweisen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden die Interaktionen zwischen der sessilen Makrophagenpopulation des ZNS, der Mikroglia, und Mammakarzinomzellen im Hinblick auf die Bildung von Metastasen (Kolonisation) untersucht. Immunhistochemisch imponierte in Hirnmetastasen eine diffuse Infiltration durch Mikroglia/Makrophagen mit direktem Kontakt zu den Tumorzellen. In Mikroinvasionsassays steigert Mikroglia signifikant die Invasivität der malignen Zellen. Dieser Effekt ist durch die Wnt-spezifischen Inhibitoren Dkk-1 und sFRP1 partiell hemmbar, was für eine Aktivierung des Wnt-Signaling im Rahmen der proinvasiven Effekte spricht. Im Gegensatz zu den peripheren Makrophagen fördert die Mikroglia die Tumorprogression ohne direkte Induktion von Wnt 5a, das bereits konstitutiv exprimiert wird. Nach Pathogenstimulation mit bakteriellem Lipopolysaccharid (LPS) wird die Invasivitätssteigerung durch den Switch der Mikroglia zu einem klassisch aktivierten, inflammatorischen Phänotyp reduziert. Untersuchungen des Aktin-Zytoskeletts der Mikroglia zeigten nach Kokultur mit Tumorzellen morphologische Veränderungen in Form von multiplen filiformen Zellausläufern. Diese Arbeit verdeutlicht das Potential der Mikroglia zur Förderung der Tumorprogression unter Beteiligung des Wnt-Signaling. Sich gegenseitig ergänzende Effekte der peripheren Makrophagen und Mikroglia scheinen eine wesentliche Rolle für den komplexen Prozess der Metastasierung zu spielen. Hieraus könnten sich in Zukunft neue therapeutische Strategien zur Behandlung und Prävention zerebraler Metastasen ergeben.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Abenstein, Anne Kathrin
- Contributors dc:contributor
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- Binder, Claudia Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 17Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-768
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2314-8
webdoc-2314
627347487 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF78-1