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Freie Universität Berlin

Autoaggressive und regulatorische T-Zellen beim Systemischen Lupus Erythematodes

Abstract

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Obgleich der Systemische Lupus Erythematodes (SLE) gewissermaßen als Prototyp der systemischen Autoimmunerkrankungen gilt, ist seine Pathogenese noch weitgehend unklar. Von Bedeutung scheint im Rahmen des Auftretens von Autoantikörpern gegen dsDNA auch eine mangelnde Kontrolle autoreaktiver CD4+ T -Helfer-Zellen zu sein. Diese vor allem gegen nukleäre Peptidantigene gerichteten T-Helfer-Zellen können in einer immunologischen Kreuzreaktion die Produktion von Anti-dsDNA-Antikörpern induzieren. Die Untersuchung autoreaktiver T-Helfer-Zellen gestaltete sich in der Vergangenheit jedoch methodisch schwierig. Hauptgrund hierfür ist ihre sehr geringe Frequenz im periphervenösen Blut. Dies machte lange Stimulationszeiten von mehreren Tagen erforderlich, um die T-Helfer-Zellen anhand ihrer gesteigerten Proliferation identifizieren zu können. Mit steigender Stimulationsdauer ergab sich allerdings die Schwierigkeit, eine ausreichende Spezifität der Messungen sicherzustellen. Durch Zelluntergang eingetragene nukleäre Antigene (endogene Kontamination) und der Einfluss von außen eingetragener Verunreinigungen (exogene Kontamination) brachten die vorhandenen Methoden an die Grenze ihrer spezifischen Aussagekraft. In dieser Arbeit wird eine leicht zu handhabende zytometrische Nachweismethode autoreaktiver T-Helfer-Zellen im periphervenösen Blut von SLE-Patienten vorgestellt. Als Marker für die antigenspezifische Aktivierung wurde CD40L verwandt. Die Stimulationszeit konnte mit 6 Stunden wesentlich kürzer gewählt werden als bei den bisherigen Proliferationsassays. Dies garantiert eine Messung der präformierten autoaggressiven Immunantwort und umgeht den Spezifitätsverlust durch eine mehrtägige Stimulation. Die Methode erlaubt im selben Arbeitsgang eine genaue zytometrische Phänotypisierung der autoaggressiven Zellen, die zudem einer gezielten Anreicherung und Kultivierung mittels MACS zur Verfügung stehen. Mittels der CD40L-Expression wurde die autoaggressive T-Helfer-Zell-Antwort in einem repräsentativen SLE-Kollektiv (n= 41 Blutproben) untersucht. Gegen Nukleosomen gerichtete T-Helfer-Zellen konnten bei 6/19 (31,6%) der untersuchten Proben festgestellt werden. Autoreaktive T-Helfer-Zellen gegen das nukleäre Peptidantigen SmD1(83-119) ließen sich demgegenüber wesentlich seltener nachweisen 2/41 (4,9%). Weiterhin wurde der Einfluss der regulatorischen T-Zellen auf die autoaggressive Immunantwort bei 11 Proben mittels einer in vitro-CD25-Depletion untersucht. Durch die Depletion der Treg-Zellen konnte eine Steigerung der T-Helfer-Zell-Antwort gegen das SmD1(83-119) Peptid um 46,6% erreicht werden (p=0,05), die sich damit signifikant vom Kontrollniveau abhebt (p=0,026). Diese demaskierte SmD1(83-119)-Antwort zeigt zudem eine exzellente Korrelation mit der Krankheitsaktivität gemessen im SLEDAI-Score (p=0,005; r=0,779) und ist in dieser Untersuchung der beste Krankheitsaktivitätsmarker. Die Ergebnisse dieser Arbeit unterstreichen die Bedeutung des dynamischen Gleichgewichtes autoreaktiver und regulatorischer T-Zellen für die Pathogenese des SLE. Wird die im Rahmen eines Krankheitsschubs verstärkte autoreaktive Immunantwort nicht effektiv durch die regulativen T-Zellen beherrscht, kommt es zur autoreaktiven Selbstschädigung. Die entscheidende Rolle der regulatorischen T-Zellen für die Krankheitsdynamik im humanen SLE konnte hier erstmals in dieser Form gezeigt werden. Regulative T-Zellen und das Autoantigen SmD1(83-119)-Peptid stellen vielversprechende Ansatzpunkte für zukünftige spezifische Immuntherapien dar. Die hier etablierte Methode zur zytometrischen Messung autoreaktiver T-Helfer-Zellen im Patientenblut könnte auch in anderen Autoimmunerkrankungen einen direkten Zugang zur autoaggressiven T-Zell-Antwort ermöglichen.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Engler, Jan Broder

Subjects

dc:subject × 9

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Language dc:language
ger

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Freie Universität Berlin
Base URL
refubium.fu-berlin.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Engler, Jan Broder. Autoaggressive und regulatorische T-Zellen beim Systemischen Lupus Erythematodes. 2010. https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/1610