University of Freiburg
Die Wirkung von Antikonvulsiva auf ATP-sensitive Kalium-Kanäle
Abstract
dc:description.abstractDas Antikonvulsivum Gabapentin (Neurontin) zeigt bei der Behandlung von fokalen und se-kundär generalisierten tonisch-klonischen epileptischen Anfällen als Zusatztherapeutikum und seit jüngster Zeit auch als Monotherapeutikum eine gute Wirkung. Auch in der Schmerztherapie, wie etwa bei der Behandlung postherpetischer Neuralgie oder diabetischer Neuropathie kommt Gabapentin mit Erfolg zum Einsatz. Es wurden außerdem anxiolytische und neuroprotektive Wirkungen beobachtet. <br>Die Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und Glutamat werden in ihrer Freisetzung durch Gabapentin gehemmt. Der zelluläre Wirkmechanismus ist jedoch noch unklar. <br>Diese Arbeit hatte zum Ziel, den Wirkmechanismus Gabapentins näher zu klassifizieren und ihn mit dem Wirkmechanismus anderer Antikonvulsiva zu vergleichen. In unseren Experimeten verwendeten wir die Kalium-evozierte Freisetzung von [3H]-Noradrenalin an superfundierten Gehirnschnitten, das untersuchte Gewebe entstammte Rattenhippocampi, menschlichem Neocortex und menschlichen Hippocampi. <br>Aus Vorversuchen war bekannt, daß sich eine Hemmung der [3H]-Noradrenalin Freisetzung Gabapen-tins durch einen Blocker des KATP-Kanals aufheben ließ. In der vorliegenden Arbeit wurde nun außer-dem dargelegt, daß bei hoher Gabapentin-Konzentration der KATP-Kanal-Agonist Pinazidil keinen zusätzlichen hemmenden Effekt auf die [3H]-Noradrenalin Freisetzung aufweisen konnte, was eine gleichartige Wirkung beider Substanzen auf den KATP-Kanal nahelegte. Unter der Annahme, daß Ga-bapentin ein Agonist an ATP-sensitiven K+-Kanälen sei, wurden nun zum Vergleich die Antikonvul-siva Phenytoin, Carbamazepin, Valproat und Lamotrigin untersucht. Mit der Ausnahme Valproats, zeigten alle der genannten Substanzen eine deutliche Hemmung der [3H]-Noradrenalin Freisetzung. Diese Wirkung ließ sich bei keiner der Substanzen durch den KATP-Kanal-Blocker Glibenclamid auf-heben, wobei zwischen menschlichem Gewebe und Rattenhippocampus kein nennenswerter Unter-schied bestand. Diese Ergebnisse machen eine Wirkung der untersuchten Antikonvulsiva auf den KATP-Kanal unwahrscheinlich und unterstreichen die Theorie eines Agonismus von Gabapentin an diesem Kanal. <br>Das Antikonvulsivum Lamotrigin zeigte in unseren Versuchen einen starken hemmenden Effekt auf den Basalausfluß von Transmittermetaboliten, was zu der Theorie einer MAO-blockierenden Wir-kung von Lamotrigin führte. Diese Annahme sahen wir durch Aufhebung der Hemmung des Basa-lausflusses bei kontinuierlicher Gabe des MAO-Blockers Pargylin bestätigt. Dies könnte die Wirk-samkeit Lamotrigins bei bipolaren affektiven Störungen erklären.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Heinemeyer, Jan
- Contributors dc:contributor
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- Feuerstein, Thomas J.
Subjects
dc:subject × 5Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1047
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1047