Georg-August-Universität Göttingen
Nachweis zytogenetischer Aberrationen nach Chemotherapie zur diagnostischen Früherkennung therapieassoziierter hämatologischer Neoplasien
Abstract
dc:descriptionDurch myeloablative Therapien mit autologer Stammzell- oder Knochenmarktransplantation bei Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen werden aufgrund weiter entwickelter Chemotherapieregime höhere Raten kompletter Remissionen erreicht, bei einer steigenden Inzidenz auf bis zu 20% von t-AML/MDS (Micallef et al. 2000, Pedersen-Bjergaard et al. 2000). Im Rahmen dieser Arbeit wurden das Auftreten der Translokationen bzw. ihrer jeweiligen Fusionstranskripte t(8;21)/AML1/ETO, inv(16)/CBFB-MYH11, t(15;17)/PML-RARα und t(9;22)/BCR-ABL in 42 Leukapheresaten (33 Patienten mit NHL und 9 gesunde Spender) mittels konventioneller und Real-Time-PCR untersucht. Weder die Translokationen t(8;21), inv(16) noch t(9;22) konnten in dieser Arbeit nachgewiesen werden, obwohl für t(8;21) und t(9;22) bereits ein Auftreten bei Gesunden beschrieben wurde (Bäsecke et al. 2002b, Biernaux et al. 1995). Jedoch konnte die Translokation t(15;17) in 6 von 42 Proben (davon 2 gesunde Spender) in der Real-Time-PCR und in 2 dieser 6 Proben in der nested RT-PCR nachgewiesen werden und zeigt damit ein überdurchschnittlich hohes Auftreten im Vergleich zu anderen Publikationen. Ein erhöhtes Durchschnittsalter und damit eine erhöhte Exposition gegenüber genotoxischen Substanzen aus der Umwelt lagen nicht vor. Jedoch sind Patienten und Spender mit G-CSF vorbehandelt, somit waren alle, die Patienten zusätzlich durch Chemotherapie, einer erhöhten Genotoxität ausgesetzt. Trotzdem übersteigt der Nachweis des Fusionstranskriptes bei weitem die Inzidenz der t-AML. Möglicherweise handelt es sich bei den Translokationen somit um eine vorübergehende genetische Instabilität nach Chemotherapie oder Stammzellmobilisation, die nicht indikativ für eine Leukämie ist oder es wurde der Nachweis in avitalen oder bereits apoptotischen Zellen erbracht. Die Entwicklung maligner Erkrankungen ist zudem ein mehrstufiger Prozess, bei dem eine bestimmte genetische Aberration zwar vorhanden sein muss, jedoch nicht als alleiniger Auslöser für den klinischen Krankheitsprozess ausreicht. Insgesamt ist davon auszugehen, dass sowohl die konventionellen Chemotherapien als auch die myeloablativen Therapien mit Stammzell- bzw. Knochenmarktransplantation an der Entstehung von t-AML/MDS beteiligt sein können. Aufgrund der hohen Inzidenz von t-AML im Risikokollektiv der chemotherapierten Patienten ist eine Frühdiagnostik anhand molekulargenetischer Parameter wünschenswert. Die Aussagen eines möglichen Screenings auf t-AML-assoziierte Translokationen bei Risikopatienten vor autologer Stammzell- oder Knochenmarktransplantation sind aufgrund des gezeigten häufigen Transkriptnachweises ohne Entwicklung einer t-AML allerdings begrenzt, da dieser Nachweis nicht indikativ ist. Molekulargenetische und chronologische Langzeituntersuchungen des Patientenmaterials müssen folgen, um eine Aussage über das t-AML/MDS-Risiko in dem Kollektiv der Transkript-positiven Patienten machen zu können.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Riechel, Claudia
- Contributors dc:contributor
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- Bäsecke, Jörg PD Dr.
- Zoll, Barbara Prof. Dr.
- Virsik-Köpp, Patricia Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 10Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-988
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2935-3
webdoc-2935
667454616 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B1D9-7