Georg-August-Universität Göttingen
Lungenfunktionsuntersuchungen bei Patienten mit Myasthenia gravis pseudoparalytica
Abstract
dc:descriptionMyasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die repetetive Erregung und andauernde Belastung der motorischen Endplatte zu einer rasch abnehmenden Kraftentwicklung führt. Kommt es zur Involvierung der Atemmuskulatur, steigt das Risiko für eine myasthene Krise mit lebensbedrohlicher Atmungsinsuffizienz. Ziel der hier vorgelegten Studie war die Beantwortung der Frage, ob die Anwendung von Lungenfunktionsuntersuchung und Untersuchungen der Atmungspumpenfunktion in Verbindung mit dem Tensilontest eine Einbeziehung der Atmungsmuskulatur in das Krankheitsbild unabhängig vom Krankheitsstadium nachweisen lassen und wann mit dem Risiko einer Atmungsinsuffizienz zu rechnen ist. Ferner sollte der Frage nachgegangen werden, ob durch eine Änderung im Atmungsmuster eine Beteiligung der Atmungsmuskulatur bei den Patienten nachgewiesen werden kann. Entsprechend der Klassifikation nach Osserman wurde das Gesamtkollektiv in zwei unterschiedliche Schweregrade eingeteilt (Gruppe I 20 Patienten, Gruppe II 22 Patienten). Geteilt wurde zwischen Klasse IIa und Klasse IIb, welches dem klassischen Bild einer Myasthenia gravis mit regionalem und generalisierten Befall, also ohne und mit Involvierung der Atmungsmuskulatur entspricht. Untersucht wurden 42 Patienten (weiblich: 57,2 %; männlich: 42,8 %). Die durchschnittliche Körpergröße lag bei 170,1cm (SD = ±8,85), das durchschnittliche Körpergewicht lag bei 78,8kg (SD = ±14,90), das Alter der Probanden betrug im Mittel 57,8 Jahre (SD = ±18). Beispielhaft für die Messwerte der Lungenfunktionsuntersuchung war die inspiratorische Vitalkapazität (IVC) im Gesamtkollektiv signifikant verringert, in den beiden Gruppen I und II jedoch nicht unterschiedlich. Der maximale inspiratorische Mundverschlussdruck PImax, war in beiden Gruppen unterschiedlich und im Gesamtkollektiv signifikant verringert. Daraus lässt sich ableiten, dass die Parameter der Lungenfunktion nicht oder nur eingeschränkt, die Inspirationsdrücke, aber in allen Stadien eine Einschränkung der Atmungsmuskelkraft belegen lassen. In Verbindung mit dem Tensilontest lassen sich Aussagen über die akute Reversibilität der myasthenen Atmungsmuskelschwäche treffen. Unsere Untersuchungen belegen eine signifikante Steigerung des Atemminutenvolumens bei Myastheniepatienten. Die ist besonders im Hinblick auf eine assistierte Ventilation, z. B. im Rahmen von Operationen, zu beachten. Dosisfindungsstudien für wirksame Dosen im Tensilontest und eine Erweiterung der Osserman-Klassifikation hinsichtlich einer Atmungspumpenschwäche in allen Stadien erscheinen uns sinnvoll. Eine Einbindung der Messungen der Atmungspumpenfunktion in die Myastheniediagnostik ist angebracht, da Lungenfunktionsuntersuchungen mit Fluss und Volumen allein die Beteiligung der Atmungsmuskulatur nicht ausreichend wiedergeben.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Todt, Kaj
- Contributors dc:contributor
-
- Laier-Groeneveld, Gerhard Prof. Dr.
- Burckhardt, Birgitta-Christina Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 25- 610 Medizin, Gesundheit
- Medicine
- Myasthenia gravis pseudoparalytica
- Atmungskraft
- Atmungsmuskulatur
- Autoimmunerkrankung
- Osserman
- Spirometrie
- Bodyplethysmographie
- Atemminutenvolumen
- Tensilon
- Vitalkapazität
- Mundverschlußdruck
- breathing power
- breathing muscles
- autoimmune disease
- spirometry
- bodyplethysmography
- Minute volume
- Vital capacity
- Mouth pressure
- 44.84
- 44.90
- MED 530: Neurologie - Allgemein- und Gesamtdarstellungen
- MED 416: Pneumologie
Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
-
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-927
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2801-3
webdoc-2801
661538869 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B186-1