Georg-August-Universität Göttingen
Bedeutung des Cytochrom-P450-2C9- und -3A5-Genpolymorphismus für Pharmakokinetik, Wirkungen und Nebenwirkungen von Delta-9-Tetrahydrocannabinol bei gesunden Probanden und Probandinnen
Abstract
dc:descriptionHintergrund: Beim Konsum illegaler Drogen steht Cannabis (Hauptinhaltstoff Delta-9-THC) seit über 30 Jahren auf Platz eins in Deutschland und Europa. Des Weiteren wird THC in der Medizin zunehmend auch therapeutisch eingesetzt und ist heute Gegenstand zahlreicher Studien. Methoden: In dieser Studie untersuchten wir den Einfluss des CYP2C9- und-3A5-Genpolymorphismus auf die Pharmakokinetik sowie Wirkungen und Nebenwirkungen von 15 mg oral appliziertem Delta-9-THC bei 43 gesunden Probanden und Probandinnen. Dazu wurden zu vordefinierten Zeitpunkten Blut- und Urinproben gewonnen und mittels LC-MS (Flüssigkeitschromatographie mit gekoppelter Massenspektrometrie) die Konzentration von THC und seiner Metabolite bestimmt. Mit Hilfe computergestützter Testverfahren erfassten wir vegetative und neuropsychiatrische Wirkungen und Nebenwirkungen. Ergebnisse: Hinsichtlich der Pharmakokinetik ergaben sich signifikante Unterschiede in der Plasmakonzentration von THC und COOH-THC in Abhängigkeit der Zahl an CYP2C9*3-Allelen. Die mediane orale Clearance von THC betrug bei Trägern des Genotyps CYP2C9*3/*3 nur 39% gegenüber homozygoten Trägern des Wildtypallels CYP2C9*1. Des Weiteren waren die Allele CYP2C9*2 und CYP2C9*3 signifikante Determinanten der Urinausscheidung von COOH-THC. Dabei stieg die mediane Ausscheidung von COOH-THC in den Urin mit der Zahl an CYP2C9*2-Allelen an, während mit zunehmender Anzahl an CYP2C9*3-Allelen signifikant weniger COOH-THC ausgeschieden wurde. Träger des Genotyps CYP2C9*3/*3 tendierten zu einem höheren Sedierungsgrad verglichen mit Trägern des Genotyps CYP2C9*1/*1. Bezüglich des CYP3A5-Genpolymorphismus ließen sich keine signifikanten Unterschiede feststellen Schlussfolgerung: Die durch Polymorphismen des Enzyms CYP2C9 bedingten Unterschiede in der Pharmakokinetik von THC können in der forensischen Medizin hinsichtlich der Testung auf THC und seine Metaboliten in Blut und Urin von Bedeutung sein. Die Genvarianten könnten sich auch in einem relevanten Maße auf die Wirkungen und damit beispielsweise auch auf eventuelle Beeinträchtigungen im Straßenverkehr unter dem Einfluss von THC auswirken. Unter diese Umständen kann es für Träger des Genotyps CYP2C9*3/*3 sinnvoll sein, ihren CYP2C9-Genotyp zu kennen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Pfeil, Johannes
- Contributors dc:contributor
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- Brockmöller, Jürgen Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 12Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-748
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2152-8
webdoc-2152
73789685X - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF64-D