Abstract
dc:description.abstractEinleitung: Die ischämische Herzkrankheit ist weltweit die häufigste Todesursache. Therapeutische Hypothermie (TH) gilt als anerkannte Intervention zur Neuroprotektion bei Patienten mit einer durch Herzkreislaufstillstand oder perinatale Asphyxie bedingten Ischämie des Gehirns. Der Einfluss von TH auf die myokardiale Ischämie ist bisher nicht ausreichend geklärt. Auch wenn experimentelle in-vitro und in-vivo Studien auf kardioprotektive Eigenschaften hinweisen, konnte eine Verkleinerung des Infarktareals durch TH in klinischen Studien bisher nicht nachgewiesen werden. In dieser Arbeit soll ein auf HL1-Zellen beruhendes Ischämie-Reperfusions-Modell etabliert werden, um anschließend das protektive Potential und mögliche Wirkmechanismen von TH genauer zu untersuchen. Methoden: Die kardiale Ischämie wurde durch Inkubation von HL1-Zellen unter 0,2 % Sauerstoff und Serum/Glukose-Entzug simuliert. Nach sechs Stunden wurden die geschädigten Zellen zur Simulation der Reperfusion (I/R) 21 % Sauerstoff und Nährmedium ausgesetzt. Hypothermie wurde nach zwei verschiedenen Protokollen induziert. 1.) Post-ischämisch (PITH) mit 33,5 °C für 24 Stunden initiiert mit Beginn der simulierten Reperfusion. 2.) Intra-ischämisch (IITH) mit 33,5 °C für 24 Stunden beginnend während der simulierten Ischämie und aufrechterhaltend bis zum Ende der I/R. Die Zellviabilität wurde anhand der Freisetzung von LDH und Troponin untersucht. Die mitochondriale Aktivität wurde mit Hilfe des ATP- Gehalts und der MMT-Reduktion analysiert. Regulationen der apoptotischen Faktoren Caspase3 und ERK1/2 sowie des Kälteschockproteins RBM3 wurden durch Western Blots analysiert und der mRNA-Gehalt von RBM3 und iNOS durch qRT-PCR gemessen. Ergebnisse: Die Simulation von Ischämie und I/R führte zu einem vermehrten Zelluntergang, welcher durch einen Anstieg der LDH- und Troponin- Freisetzung festgestellt wurde. Außerdem wurde eine mitochondriale Dysfunktion beobachtet, die sich durch einen erniedrigten ATP-Gehalt und erniedrigte MTT- Reduktion zeigte. IITH, nicht aber PITH, verminderte den durch die simulierte Ischämie und I/R ausgelösten Zelluntergang und führte zu einem erhöhten ATP-Gehalt und erhöhter MTT-Reduktion. Die Aktivierung der proapoptotischen Caspase3 durch I/R wurde mittels IITH abgeschwächt. Weiterhin zeigte sich ein Trend zur RBM3-Induktion durch IITH. Der iNOS-mRNA-Gehalt wurde durch I/R erhöht und durch IITH vermindert. Schlussfolgerungen: Es wurde ein Modell aus ischämischen HL1-Kardiomyozyten zur Untersuchung des Einflusses von TH etabliert. IITH erwies sich als vielversprechende Intervention zum Schutz vor ischämischem Zelluntergang. Vermittelt wird der protektive Effekt vermutlich durch die Abschwächung der mitochondrialen Dysfunktion und der Apoptose. Die genaue Rolle der RBM3- und iNOS-Regulation sollte weiter erforscht werden. Die vorliegenden Daten unterstützen die Annahme, dass TH in den klinischen Studien bisher zu spät induziert wurde, um eine messbare Kardioprotektion zu bewirken.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Walker, Christoph Julian
Subjects
dc:subject × 4Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-15343