University of Freiburg
Mutationsanalyse der verantwortlichen Gene NPHS2 und Wilms-Tumor-Suppressorgen beim Nephrotischen Syndrom
Abstract
dc:description.abstractDas Nephrotische Syndrom (NS) ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Proteinurie, Hypoalbuminämie und Hyperlipidämie. Je nach Ansprechen auf die Steroidtherapie wird das NS in steroid-sensibel (SS) und steroid-resistent (SR) eingeteilt. Das autosomal-rezessive, steroid-resistente NS (SRNS) ist gekennzeichnet durch die Manifestation im frühen Kindesalter mit Proteinurie sowie meist ausgeprägten Ödeme. Es folgt eine rasche Progression bis hin zur terminalen Niereninsuffizienz. Der histologische Befund zeigt meist eine Fokal-segmentale Glomerulosklerose (FSGS) (ca. 75%) oder ein Minimal-change NS (MCNS) (ca. 25%). Eine Ursache dieser Erkrankung sind Mutationen im NPHS2-Gen auf Chromosom 1q25-q31, welches für das Protein Podocin kodiert. Das Wilms-Tumor-Suppressorgen WT1 konnte als ein weiteres Gen identifiziert werden, das ebenfalls ein NS im Kindesalter verursacht. Es liegt auf Choromosom 11p13. Heterozygote Keimbahn-Mutationen in den Exonen 8 und 9 können ursächlich für die Entstehung eines NS sein. Hierbei kann das NS sporadisch oder in Assoziation mit anderen Krankheitssymptomen auftreten, bekannt als Frasier- und Denys-Drash-Syndrom. In der vorliegenden Arbeit wurden 144 Patienten mit Symptomen des NS auf Mutationen im NPHS2- und WT1-Gen untersucht. Insgesamt konnten 17 verschiedene Mutationen im NPHS2-Gen gefunden werden. 12 Mutationen waren neuartig. Bei 19/91 (21%) Patienten mit SRNS konnte eine rezessive, bei 4/91 (4%) nur eine heterozygote Mutation im NPHS2-Gen gefunden werden. Dagegen wurde bei keinem der SSNS-Patienten eine Mutation nachgewiesen. Dies lässt vermuten, dass Patienten mit rezessiven Mutationen im NPHS2-Gen nicht auf eine Steroidtherapie ansprechen. Im WT1-Gen konnten bei 6/91 (7%) Patienten Mutationen festgestellt werden, darunter eine bisher noch nicht veröffentlichte Punktmutation.Die Kenntnis über Mutationen im NPHS2- und/oder WT1-Gen könnten eine entscheidende Bedeutung für die weitere Therapie dieser Patienten haben. Mit Hilfe dieser genetischen Informationen kann bei Kindern mit SRNS unter Umständen auf eine nebenwirkungsreiche Steroid- und immunsuppressive Therapie verzichtet und eine Nierentransplantation vorzeitig in Erwägung gezogen werden. Das Risiko nach einer Transplantation ein Rezidiv mit FSGS zu bekommen, scheint vermindert zu sein. Des weiteren kann die Information v.a. bei WT1-Mutationen, für das Screenen von Tumorentwicklungen in der Niere hilfreich sein. Es muß aber darauf hingewiesen werden, dass die bisher vorliegenden Daten noch nicht ausreichend sind, um eine statistisch relevante Aussage zu treffen. So wird es in Zukunft von großer Bedeutung sein, dieses Screening fortzuführen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Lichtenberger, Anne Karine
- Contributors dc:contributor
-
- Hildebrandt, Friedhelm
Subjects
dc:subject × 9Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1877
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1877