Abstract
ZIEL: Analyse von Risikofaktoren und Entstehungsmechanismen der urämischen Kardiomyopathie bei Hämodialysepatienten und Vergleich von Diagnostiken zur frühen Detektion kardialer Funktionstörungen zur Optimierung der Therapie bei terminaler Niereninsuffizienz und Senkung der hohen Mortalitätsrate. METHODEN: Einschluss von 32 Hämodialysepatienten. Messungen mittels Blutentnahme (Entzündungs-, Atherosklerose-, Anämieparameter, EPO, PTH und RAAS) und MRT (Herzfunktion, Herzmorphologie und Herzklappendiagnostik) erfolgten vor und nach Dialyse, die Impedanzkardiographie (Volumetrie und Herzfunktion) während Hämodialyse. ERGEBNISSE: Alle Patienten litten an einer renalen Anämie, EPO war nach Hämodialyse um 110 % erhöht (p= 0,0133), ohne signifikanten Zusammenhang zwischen Herzmasse und EPO (p= 0,6631). 6 Patienten zeigten starke Erhöhungen von EPO, diese wiesen eine geringere Herzmasse auf. EPO i.v.-Gabe während Hämodialyse wirkte sich nicht auf die Herzmassewerte aus (p= 0,0765). Fibrinogen und Triglyceride waren erhöht, HDL, LDL, Lipoprotein A, Cholesterin und BMI lagen im Normbereich. Korrelationen von Ischämiebefunden im MRT und Homocystein 1 (p= 0,9735), 2 (p= 0,3785), Fibrinogen (p= 0,9742) und Triglyceride (p= 0,3042) waren nicht signifikant. Alle Patienten wiesen einen sekundären Hyperparathyreoidismus auf mit signifikanter Korrelation von Phosphat und Herzmasse 2 (= 0,0121). Für alle Patienten ließen sich erhöhte Leukozyten, CRP und Fibrinogen nachweisen mit signifikantem Zusammenhang der Leukozytenzahl 2 zur Herzmasse 2 (Leukos 2: p= 0,0170; Fibrinogen: p= 0,1919; CRP: p= 0,3900), nicht signifikant zwischen CRP und LVH (p= 0,4098). Renin war nach Dialyse um 30 % zum Vorwert erhöht, Aldosteron fiel um 30 % ab. ACE lag im Normbereich, ohne ACE-Hemmer und AT II-Antagonisten war ACE (p= 0,0057) und Aldosteron 1 (p= 0,0264) erhöht. Die Herzmasse absolut war bei Patienten mit Therapie geringer (p= 0,0202). Aldosteron war nach langjähriger Hämodialyse signifikant höher (p= 0,0003). Diabetes und Herzischämien korrelierten signifikant (p= 0,0020), Herzmasse und Diabetes nicht signifikant (p= 0,2458). Die MRT-Diagnostik ergab 21 pathologische Befunde mit LVH, linksventrikulärer Dilatation, reduzierter EF, Ischämien, Aortenstenosen und Aorten- und Mitralinsuffizienzen. Die normalisierte Herzmasse betrug 71,27 ± 24,9 g/m2 vor und 70,40 ± 32,2 g/m2 nach Dialyse. In der MRT-Volumetrie hatten die Parameter ESI, CI, SI, EDI vor Dialyse über die Norm erhöhte Werte mit signifikantem Abfall nach Dialyse mit Ausnahme von EF. EDI und Herzmasse zeigten positive Signifikanzen von p< 0,0001. Mittels Impedanzkardiographie waren vor Dialyse CI, SI, EDI, EF und LVET normwertig. Alle Parameter fielen während Dialyse ab. Eine signifikante Differenz zeigten SI, EF (9,75 %), LVET, PEP und TFC. Zwischen Ergebnissen der Impedanzkardiographie und MRT war kein signifikanter Unterschied feststellbar. FAZIT: Es ließen sich zahlreiche Zeichen einer urämischen Kardiomyopathie mit erhöhten Herzmassewerten, LVH, linksventrikulärer Dilatation, Ischämien und Klappenveränderungen nachweisen. Die Hämodialyse bewirkte eine Abnahme der Herzfunktion im Sinne einer systolischen Funktionsstörung. Die Herzdilatation bildete sich nach Dialyse zurück. Eine myokardiale „compliance-Störung“ zeigte die Korrelation von EDI und Herzmasse. Der Einfluss der renalen Anämie auf die urämische Kardiomyopathie bleibt unklar. Die vereinzelt auftretenden EPO-Erhöhungen nach Dialyse zeigten keinen Zusmammenhang mit kardialen Veränderungen. Atheroskleroseparameter ließen sich nicht als Risikofaktor einer urämischen Kardiomyopathie bestätigen. Die Hyperphosphatämie im Zuge des sekundären Hyperparathyreoidismus war assoziiert mit erhöhten Herzmassewerten. Erhöhte ACE-Werte korrelierten mit einer Herzmassenzunahme, Patienten ohne ACE-Hemmer und ATII-Antagonisten zeigten geringere Herzmassewerte. Die Entzündungswerte korrelierten nicht mit einer Herzhypertrophie. Diabetiker wiesen höhere Herzmassenwerte auf und zeigten hohe Inzidenzen für Myokardischämien. Die Impedanzkardiographie zeigte eine deutlichere Abnahme der Herzfunktion, Zeichen der Herzdilatation traten weniger auf. MRT- und Impedanzkardiographiedaten unterschieden sich nicht signifikant, sehr ähnlich verhalten sich die Werte für den Herzindex, große Unterschiede finden sich beim Schlagvolumenindex. Die Impedanzkardiographie eignet sich zur Kontrolle der Herzfunktion während Hämodialyse unter Berücksichtigung möglicher Fehlerquellen und Patientencompliance. Die MRT kann zur Diagnostik und Verlaufskontrolle einer urämischen Kardiomyopathie eingesetzt werden und durch die frühzeitige Diagnose kardialer Veränderungen die Mortalitätsrate senken.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author
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- Valina, Ulrike Katrin
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
- hdl:10900/45821