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Universität Tübingen

Mutationsanalyse und Haplotypenvergleich in CDCrel-1 und GPR37 bei Patienten mit Morbus Parkinson

Abstract

Für den autosomal-rezessiven juvenilen Parkinsonismus (AR-JP) sind verschiedene Krankheitsgene bekannt. Eines davon ist die E3 Ubiquitin-Ligase Parkin. Neben weiteren Interaktionspartnern sind insbesondere das Septin CDCrel-1 (PNUTL-1) und der G-Protein gekoppelte Transmembranrezeptor Pael-R (GPR-37) von Interesse, da einige Arbeiten Hinweise auf die Akkumulation dieser Proteine im ZNS juveniler Parkinson-Patienten ergeben haben. Ziel dieser Arbeit war eine Mutationsanalyse aller Exone beider Gene, um relevante Mutationen aufzudecken. Hierfür wurde mittels denaturierender Hochdruckflüssigchromatographie (dHPLC) für CDCrel-1 insgesamt 364 Proben und für Pael-R insgesamt 333 Proben von Parkinson-Patienten sowie 264 Proben einer Kontrollgruppe untersucht. Proben mit aufälligem Elutionsprofil wurden anschliessend mittels zyklischer Sequenzierung überprüft. Für CDCrel-1 konnte in Exon 7 in einer der 315 vollständig untersuchten Proben für Exon 2-12 (0,31%) eine stumme Variante nachgewiesen werden. Hierbei handelt es sich um einen Austausch der Base C mit T an Position 6140, sodaß die Translation der Aminosäure Isoleucin unverändert erfolgt (c.6140C>T, p.I182I). Für Pael-R konnte neben zwei bekannten häufigen Polymorphismen (rs724356 und rs3735270) ein weiterer Polymorphismus c.48T>C, p.L16L mit stummer Kodierung von Leucin in 7,5% der Proben ausgemacht werden. Hierbei handelt es sich um einen Austausch der Base Thymidin mit Cytosin an Position 48. In der Kontrollgruppe waren es 4,5%. Da in der dHPLC für unterschiedliche Polymorphismen sich ähnliche Elutionsprofile zeigten, wurde zur genauen Berechnung von Genotypen und Allelfrequenzen für 246 bzw. 262 Patienten mit Parkinson und 275 bzw. 267 „Old-People“-Kontrollen mittels Pyrosequenzierung die entsprechenden Allele für rs724356 und rs373570 bestimmt. Zuvor musste aufgrund des geringen DNA-Materials eine nested-PCR der relevanten Genabschnitte durchgeführt werden. Für rs373570 wurde bei den Parkinsonpatienten das G-Allel in 71% der Fälle nachgewiesen, während in der Kontrollgruppe nur 54% der Proben dieses Allel trugen. Entsprechend wurde eine Homozygotie für das GG-Allel in 51% der Parkinsonfälle bei nur 29% der Kontrollgruppen beobachtet. Die Allelfrequenz des Haplotypes C_G für PAEL-R ist in Parkinson-Fällen somit signifikant erhöht (p>0,0001). Man kann also davon ausgehen, daß das G-Allel ein Marker für einen funktionellen Polymorphismus darstellt, der außerhalb des untersuchten Genabschnittes liegt. Weitere Analysen, unter anderem Mutationsscreening der Promotor-Region auf funktionelle SNPs und durch Expressionsklonierung der Haplotypen auf Unterschiede in Transkriptmenge, Transkriptstabilität oder posttranskriptionalen Modifizierungen sind vielversprechende Ansätze.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author
  • Bob-Schittenhelm, Andrea

Identifiers

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Identifier
hdl:10900/45513

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Universität Tübingen
Base URL
publikationen.uni-tuebingen.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
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Bob-Schittenhelm, Andrea. Mutationsanalyse und Haplotypenvergleich in CDCrel-1 und GPR37 bei Patienten mit Morbus Parkinson. 2009.