Universität Passau
Förderung situativer, aufgabenbezogener Emotionen von Studierenden durch eine Value-Intervention
Abstract
dc:description.abstractEmotionen spielen eine wesentliche Rolle für Motivation, Leistung und erfolgreiches Lernen (vgl. z.B. Pekrun et al., 2002; Pekrun & Perry, 2014). Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass positive Emotionen wie Lernfreude im Bildungsverlauf tendenziell abnehmen, während negative Emotionen wie Angst oder Langeweile zunehmend auftreten (Vierhaus et al., 2016). Trotz verschiedener theoretischer Ansätze zur Emotionsregulation und Emotionsintervention steckt die empirische Forschung in diesem Bereich noch in den Anfängen. Bestehende Interventionen konzentrieren sich hauptsächlich auf Prüfungsangst und stehen häufig vor Herausforderungen hinsichtlich ihrer nachhaltigen Wirksamkeit (z.B. Hagenauer, Klaß & Gläser-Zikuda, 2016) sowie ihrer praktischen Implementierbarkeit (z.B. Brandenberger, Hagenauer & Hascher, 2018). Die vorliegende Studie untersucht die Effekte einer Utility-Value-Intervention auf das situative, aufgabenbezogene emotionale Erleben von Studierenden. Da Value-Interventionen (z.B. Harackiewicz et al., 2014) auf eine Verbesserung der subjektiven Kontroll- und Wert-Einschätzungen von Leistungsaktivitäten durch wertinduktive Prompts abzielen, wurde auf Grundlage der Kontroll-Wert-Theorie (Pekrun, 2000, 2006) angenommen, dass sich diese Intervention über die Modulation von Kontroll- und Wert-Appraisals positiv auf die Entstehung von Leistungsemotionen auswirkt. Im Rahmen eines experimentellen Within-Subjects-Designs erhielten 312 Lehramtsstudierende aus zwei Online-Seminaren („Leistungsemotionen“ und „Klassenführung“) über den Verlauf eines Semesters jeweils drei Utility-Value-Treatments. Die Intervention umfasste sowohl direkte als auch indirekte Prompts: Erstere stellten mittels Advance Organizers die Relevanz der in der Lernaufgabe geförderten Kompetenzen explizit heraus, während Letztere in relevanzinduzierende Aufgaben eingebettet waren. In diesen Aufgaben entwickelten die Studierenden durch die Evaluation von Zitaten eigenständige Relevanzargumente (vgl. Gaspard et al., 2017). Zur Erfassung situativer Emotionen sowie von Valenz- und Kontrollkognitionen wurden Fragebögen sowohl zu Treatment- als auch zu Non-Treatment-Messzeitpunkten eingesetzt. Die Ergebnisse einer Conditional Process Analysis mit Mehrebenendaten (Hayes, 2018) offenbarten zeitabhängige Effekte: In der Substichprobe „Klassenführung“ wirkte sich das Treatment zu Beginn des Semesters zunächst negativ auf das emotionale Erleben aus, während es gegen Semesterende eine positive Wirkung entfaltete. In der Substichprobe „Leistungsemotionen“ zeigte sich hingegen ein gegensätzliches Muster. Darüber hinaus variierte der Mediationsprozess: Während in der Substichprobe „Klassenführung“ primär Valenzkognitionen zur Vermittlung der Effekte beitrugen, wurde in der Substichprobe „Leistungsemotionen“ eine Mediation über Kontrollkognitionen beobachtet. Die Befunde verdeutlichen die Relevanz kontextueller Faktoren für die Wirksamkeit einer Utility-Value-Intervention zur Förderung des situativen emotionalen Erlebens und liefern wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung zielgerichteter Interventionsstrategien.
Degree
thesis:*- Level thesis:degree_level
- thesis.doctoral
- Grantor dc:publisher
- Universität Passau
- Year
- 2025
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Wolff, Monika-Sybille
- Contributors dc:contributor
-
- Mägdefrau, Jutta
- Urhahne, Detlef
Subjects
dc:subject × 5Rights
dc:rights- Statement dc:rights
-
- Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International
Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://opus4.kobv.de/opus4-uni-passau/frontdoor/index/index/docId/1552
- OAI identifier oai:identifier
- oai:kobv.de-opus4-uni-passau:1552