Abstract
dc:description.abstractFirst Generation Studierende (FGS) als Zielgruppe wissenschaftlicher Bibliotheken sind im deutschsprachigen Bibliotheksdiskurs bislang wenig berücksichtigt worden. Die Arbeit untersucht die Frage, welche Bedarfe diese Nutzendengruppe an wissenschaftliche Bibliotheken richtet und erweitert damit den bibliothekarischen Diversitätsdiskurs um die Dimensionen Klassismus und Bildungsungerechtigkeit. Methodisch wurde ein qualitativ-empirischer Zugang gewählt: Es wurden zwölf leitfadengestützte, halbstrukturierte Einzelinterviews mit FGS an Berliner Hochschulen geführt. Die Befunde zeigen, dass Bibliotheken für viele FGS zentrale Lernorte darstellen, deren Nutzung jedoch stark heterogen verläuft. Dominant sind nicht nur funktionale Anforderungen, sondern vor allem emotionale und soziale Dimensionen: Teilnehmende berichten von Wohlfühlerfahrungen ebenso wie von Gefühlen der Fremdheit, Angst und Unsicherheit. Identifizierte Barrieren umfassen unklare Regelkommunikation, mit Erwerbstätigkeit kollidierende Öffnungszeiten sowie klassistische Strukturen und Ausschlüsse im System ‚Universität‘. Daraus lassen sich konkrete Bedarfe ableiten, etwa eine explizite Willkommenskultur, inklusivere Raum‑ und Servicekonzepte, flexibilisierte Zugangsmodalitäten sowie klare, empathische Kommunikationspraktiken. Die Perspektiven der befragten Studierenden liefern wertvolle Einblicke in die spezifischen Herausforderungen, die sich aus der sozialen Herkunft als Diversitätsdimension ergeben. Dies ist ein wichtiger Beitrag für eine breitere Diskussion über Teilhabe, Chancengerechtigkeit und soziale Vielfalt in der bibliothekarischen Praxis.
Degree
thesis:*- Grantor dc:publisher
- Humboldt-Universität zu Berlin
- Year dc:date.issued
- 2026
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Weinberg, Lorenz
Subjects
dc:subject × 12Rights
dc:rights- Statement dc:rights
-
- (CC BY 4.0) Attribution 4.0 International
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language.iso
- ger