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Universität Heidelberg

Chlorid-basierte Signalverstärkung in Capsaicin-sensitiven Schmerzzellen

Abstract

dc:description.abstract

Polymodale Schmerzzellen exprimieren Transduktionskanäle, die durch gewebe-schädigende Reize aktiviert werden und einen depolarisierenden Ca2+-Fluß in die Zelle leiten. Einige Schmerzzellen exprimieren Ca2+-aktivierte Cl--Kanäle, die durch den Anstieg der intrazellulären Ca2+-Konzentration geöffnet werden und einen auswärtsgerichteten Cl--Fluß leiten. Dieser Cl--Efflux depolarisiert die Zellen zusätzlich und bewirkt eine Ver-stärkung der sensorischen Signale. Der „Gain“ dieses Cl--basierten Verstärkungs-mechanismus wird durch die intrazelluläre Cl--Konzentration ([Cl-]i) bestimmt. Es ist be-kannt, dass Cl--Akkumulation in Schmerzzellen durch den Na+/K+/2Cl--Transporter NKCC1 vermittelt wird. Zur [Cl-]i von Schmerzzellen gibt es dagegen keine zuverlässigen Informationen. Darüber hinaus ist nicht bekannt, ob und welche Schmerzzellen den Cl--basierten Verstärkungsmechanismus nutzen. In dieser Arbeit wurde durch Zwei-Photonen Fluoreszenz-Lebenszeit-Imaging-Mikroskopie (2P-FLIM) mit Schmerzzellen in Gewebepräparationen von Mäusen gezeigt, dass die [Cl-]i während der postnatalen Entwicklung verändert wird. In Schmerzzellen neu-geborener Tiere ist die [Cl-]i homogen und hoch, wogegen sie in adulten Tiere über einen großen Konzentrationsbereich streut. Diese Ergebnisse konnten in vitro, an kultivierten Schmerzzellen einer adulten Ratte, mit 2P-FLIM bestätigt werden. Durch funktionelles in vitro-Cl--Imaging mit Schmerzzellen adulter Mäuse, und in Patch-Clamp-Experimenten mit kultivierten Schmerzzellen adulter Ratten wurden Hin-weise erarbeitet, dass TRPV1-exprimierende, Capsaicin-sensitive Schmerzzellen den Cl--basierten Mechanismus zur Verstärkung sensorischer Signale verwenden. In Ganzzell-Ab-leitungen wurden Capsaicin-induzierte, exzitatorische Cl--Ströme mit stark variierenden Amplituden gemessen, die die variierenden [Cl-]i von Schmerzzellen adulter Tiere widerspiegeln. Für kinetische Untersuchungen von TRPV1-Kanälen haben wir Na-CDMNB-caged Capsaicin entwickelt. Seine Verwendbarkeit wurde in dieser Arbeit nachgewiesen. Es wurde eine Adenovirus-basierte Methode etabliert, um kultivierte Schmerzzellen mit dem Anionen-sensitiven YFPI152L auszustatten. Zudem wurde eine Zellerkennungs-Software entwickelt, die automatisiertes in vitro-Cl--Imaging ermöglicht. Es kann nun nach spezifischen Agonisten oder Antagonisten für Ca2+-aktivierte Cl--Kanäle gesucht werden und es ist möglich, weitere sensorische Modalitäten zu identifizieren, die den Verstärkungssmechanismus nutzen.

Degree

thesis:*
Level thesis:degree_level
thesis.doctoral
Grantor dc:publisher
Universität Heidelberg
Year
2006

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Gilbert, Daniel
Contributors dc:contributor
  • Frings, Stephan

Identifiers

dc:identifier.*
Repository record source_url
http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/6711
OAI identifier oai:identifier
oai:archiv.ub.uni-heidelberg.de:6711

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Harvested from
Universität Heidelberg
Base URL
archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/cgi/oai2
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Gilbert, Daniel. Chlorid-basierte Signalverstärkung in Capsaicin-sensitiven Schmerzzellen. thesis.doctoral thesis, Universität Heidelberg, 2006. http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/6711