Georg-August-Universität Göttingen
Quantitative Genexpressionsanalyse im respiratorischen Netzwerk an Mausmodellen für das Rett-Syndrom
Abstract
dc:descriptionDas Rett-Syndrom, das vorzugsweise das weibliche Geschlecht betrifft, ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung. Zu den klinischen Charakteristika der Rett-Erkrankung zählen unter anderem autistische Verhaltensweisen, epileptische Anfälle, Bewegungsstereotypien in Form typischer waschender und knetender Handbewegungen, mentale Retardierung, der Verlust bereits erlernter Fähigkeiten und respiratorische Dysfunktionen. Das Rett-Syndrom wird durch Mutationen im MECP2-Gen hervorgerufen. Sowohl der Verlust als auch die Duplikation des MECP2-Gens bewirken eine Rett-Symptomatik beziehungsweise eine, die ähnlich der Rett-Symptomatik ist. Das sich auf dem X-Chromosom befindende MECP2-Gen kodiert für den Transkriptionsfaktor MeCP2 (Methyl CpG-Bindungsprotein 2), der an symmetrisch methylierte CpG-Inseln bindet. MeCP2 fungiert sowohl als Transkriptionssuppressor als auch -aktivator. Bisher bekannte Zielgene von MeCP2 sind Bdnf und Dlx5. Die vorliegende Arbeit diente der Suche nach weiteren Zielgenen und deren Regulation durch MeCP2. Den oben genannten Atemunregelmäßigkeiten ähnelt der respiratorische Phänotyp (Apnoephasen, prolongierte Postinspiration, irregulärer Atemrhythmus) von Mecp2-Knockout-Mäusen im Entwicklungsstadium P40 (postnatal 40 Tage alt). Im früheren Entwicklungsstadium P7 (postnatal 7 Tage alt) zeigt sich bei Mecp2-Knockout-Mäusen eine Dysbalance der exzitatorischen und inhibitorischen Transmission, welche unter anderem für die Rett-Symptomatik (wie zum Beispiel Atemdysfunktionen) bei Menschen mit verantwortlich sein soll. Als Ort der Rhythmogenese der Atmung wird der Prä-Bötzinger-Komplex (preBotC) angesehen. Aufgrund dessen wurden die durchgeführten Untersuchungen an RNA-Extraktionen aus dem preBotC von Mecp2-Knockout- und transgenen Mäusen in den Entwicklungsstadien P7 und P40 vorgenommen. Das transgene Mausmodell wurde mit einer zusätzlichen Kopie des Mecp2-Gens generiert, in Anlehnung an das Wissen, dass auch eine Duplikation des MECP2-Gens eine dem Rett-Syndrom ähnliche Symptomatik hervorruft. Mittels quantitativer Polymerasekettenreaktion wurden die relativen RNA-Expressionen von potentiellen Zielgenen des Transkriptionsfaktors MeCP2 bei fehlendem (Knockout-Mausmodell) beziehungsweise überexprimiertem MeCP2 (transgenes Mausmodell) bestimmt. Hierbei ergaben sich Hinweise, dass MeCP2 als Suppressor auf Grin1 (P7), Grin2a (P7), Gabrb1 (P7), Tph2 (P7), Ddc (P40), Slc6a4 (P7), Htr4 (P7) und als Aktivator auf Grin2d (P7), Drd4 (P7), Oprm1 (P40) wirken könnte. Sehr starke Evidenzen weisen daraufhin, dass Htr5b und Foxp2 ebenfalls Zielgene von MeCP2 sind und dass MeCP2 supprimierend auf deren Expression wirkt. Um die Zusammenhänge zwischen MeCP2 und seinen Zielgenen und damit auch die Pathogenese des Rett-Syndroms genauer verstehen zu können, sind jedoch noch weitere Forschungen nötig.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Hein, Janine
- Contributors dc:contributor
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- Manzke, Till PD Dr. Dr.
- Rothenberger, Aribert Prof. Dr.
- Adham, Ibrahim Prof. Dr.
- Huppke, Peter Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 12Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-956
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2853-2
webdoc-2853
668284838 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B1BA-D