Georg-August-Universität Göttingen
Neurohumorale Aktivierung in einem kardiovaskulären Risikokollektiv - Einfluss von diastolischer oder systolischer Dysfunktion
Abstract
dc:descriptionDie diastolische Dysfunktion (DD) und besonders die diastolische Herzinsuffizienz (DHF) sind Erkrankungen von hoher Prävalenz und Mortalität. Da die Diagnose aufgrund des Fehlens einheitlicher Diagnoserichtlinien erschwert ist, wären ein oder mehrere serologische Surrogatparameter wünschenswert, die im Idealfall das Vorliegen einer solchen Erkrankung und auch deren Verlauf anzeigen könnten. Zu diesem Zweck wurden die serologisch stabilen Fragmente aus der Synthese der neurohumoral aktiven Hormone BNP (NT-proBNP), ANP (MR-proANP), Adrenomedullin (MR-proADM), Endothelin-1 (CT-proET-1) und Vasopressin (CT-proAVP) bei Patienten mit kardialer Dysfunktion oder manifester HF untersucht. In die prospektive, multizentrische und bevölkerungsbasierte Kohortenstudie Diast-CHF des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz wurden 1687 Patienten im Alter von 50 bis 85 Jahren mit mindestens einem kardiovaskulären Risikofaktor oder bereits ärztlich gestellter Diagnose einer Herzinsuffizienz (HF) eingeschlossen. Für die echokardiografische Diagnose der DD kam ein etabliertes und publiziertes Schema zum Einsatz, die spezielle Laboranalytik wurde in Kooperation mit der B.R.A.H.M.S. AG (Hennigsdorf, Deutschland) durchgeführt. Auch diese analytischen Methoden wurden bereits veröffentlicht. Das mittlere Alter der Patienten betrug 65,98 Jahre, der Mittelwert des BMI lag bei 29,12 kg/m². Männer und Frauen waren im Kollektiv annähernd gleich stark vertreten. Der häufigste Risikofaktor war mit 78,7% die arterielle Hypertonie. Der Mittelwert des E/A- und des E/e -Verhältnisses betrug 0,94 beziehungsweise 13,42. Die einzelnen echokardiographischen Stadien der DD (LVEF ≥50%) waren im Kollektiv wie folgt vertreten: keine DD (Grad 0): 16,5%, DD Grad I: 57,1%, DD Grad II-III: 14,7%. Nicht klassifizierbar bezüglich der DD waren 3,7%. Eine eingeschränkte LV-Funktion (LVEF <50%) wiesen 8,0% der Patienten auf. Mit steigendem Grad der DD stieg auch die mittlere Serumkonzentration der untersuchten Peptide. NT-proBNP: 120,10 pg/ml (Grad 0), 141,76 pg/ml (Grad I), 228,51 pg/ml (Grad II-III). MR-proANP: 89,90 pmol/l, 96,22 pmol/l, 120,38 pmol/l. MR-proADM: 0,54 nmol/l, 0,61 nmol/l, 0,62 nmol/l. CT-proET-1: 53,89 pmol/l, 56,98 pmol/l, 58,58 pmol/l, CT-proAVP: 4,76 pmol/l, 5,81 pmol/l, 5,86 pmol/l. Die signifikant höchsten Werte fand man aber jeweils bei eingeschränkter LV-Funktion (LVEF <50%): NT-proBNP: 727,58 pg/ml; MR-proANP: 169,19 pmol/l; MR-proADM: 0,74 nmol/l; CT-proET-1: 68,88 pmol/l; CT-proAVP: 9,22 pmol/l. Die Signifikanzanalyse zeigte überwiegend signifikante Anstiege beim Vergleich eines niedrigeren Stadiums mit einem höheren Stadium der DD (LVEF ≥50%). Mit Ausnahme von CT-proAVP wiesen sämtliche Peptide bei symptomatischen Patienten mit DD signifikant höhere Werte auf als bei asymptomatischen. Sämtliche Hormone, abgesehen von CT-proAVP, korrelierten signifikant positiv mit dem E/e -Verhältnis, dem wichtigsten Parameter der diastolischen Funktion. Mit dem E/A-Verhältnis korrelierten NT-proBNP und MR-proANP signifikant positiv, während MR-proADM, CT-proET-1 und CT-proAVP signifikant negativ korrelierten. Die ROC-Analyse zur Detektion der einzelnen Grade der DD und der reduzierten LVEF lieferte ein uneinheitliches Bild. Während MR-proADM bei der Detektion einer DD Grad I und einer DD jeglichen Grades mit jeweils 0,62 die höchste AUC aufwies, war NT-proBNP bei der Detektion der Patienten mit reduzierter LVEF den übrigen Parametern überlegen (AUC 0,75). Bei der Diskrimination einer DD des Grades II oder III von einer solchen des Grades I zeigten NT-proBNP und MR-proANP mit jeweils 0,62 die höchsten AUC. Diese Studie untersuchte als erste die Veränderungen der genannten Peptide im Rahmen und im Verlauf einer DD sowie die Eignung dieser als Surrogatparameter der DD in einem großen und nicht vorselektierten Kollektiv. Dabei ergaben sich im Wesentlichen fünf Kernaussagen: Zunächst wurde eine zumeist signifikante Erhöhung der Serumkonzentrationen bei Vorliegen einer DD gezeigt, die teilweise auch stadienabhängig war. Außerdem waren signifikant erhöhte Spiegel der Peptide mit dem Auftreten von Symptomen der manifesten HF (DHF) assoziiert. Es fanden sich signifikante Korrelationen der Laborwerte mit echokardiografischen und prognostisch relevanten Parametern der DD. Zur Detektion einer DD waren die genannten Hormonfragmente allerdings aufgrund der relativ niedrigen AUC nicht geeignet.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Rahn, Ingmar
- Contributors dc:contributor
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- Edelmann, Frank PD Dr.
- Pieske, Burkert Prof. Dr.
- Seipelt, Ralf PD Dr.
- Sigler, Matthias PD Dr.
Subjects
dc:subject × 18Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-908
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2760-5
webdoc-2760
647349795 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B173-D