Georg-August-Universität Göttingen
Klinische Studie zum Mundhygieneverhalten und zur zahnärztlichen Aufklärung von Patienten vor und nach Organtransplantation
Abstract
dc:descriptionZiel der Studie war es, einen Überblick über das Mundhygieneverhalten und die orale Gesundheit bei Patienten vor und nach Organtransplantation zu gewinnen und den Kenntnisstand der Patienten über die Korrelation von Mundgesundheit und Transplantation zu eruieren. Die Untersuchung gliederte sich in zwei Teile. An die allgemeine und zahnärztliche Anamnese zur Mundgesundheit anhand von zwei Fragebögen schloss sich die intraorale Inspektion der Patienten an. Diese umfasste einen eingehenden Befund zur Erhebung des DMF-T (Decayed Missing Filled Teeth) sowie die Aufnahme von Parodontalem Screening Index (PSI) und QHI. Dieser erfasst den Plaquebefall der Zahnflächen graduell. Vorhandene Panoramaschicht-aufnahmen (PSA) wurden nach der direkten Millimetermethode auf parodontale Destruktion hin untersucht. Die statistische Auswertung erfolgte mit dem Mann-Whitney-U-Test, dem t-Test und dem Χ2-Test. Das Signifikanzniveau lag bei p<0,05. Es konnten 20 Patienten vor (Alter 52,6±13,5! ) und 20 Patienten nach Herz-, Leber- oder Nierentransplantation in die Studie einbezogen werden (Alter 53,9±13,8). Zudem war bei vier Patienten einer ähnlichen Studie aus dem Jahr 1996/97 eine Nachuntersuchung möglich. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl wurden diese Ergebnisse nicht mit in die Statistik einbezogen. Die Auswertung der Fragebögen zeigte keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Mundhygiene und des Informationsgrades der Patienten. In beiden Gruppen waren 70% nicht über die Korrelation von oraler Gesundheit und Transplantation aufgeklärt worden. Statistisch relevant war das Interesse der Patienten an einer eingehenden Mundhy-gieneunterweisung (p=0,017). 35% der transplantierten Patienten wünschten keine Informationen zur richtigen oralen Hygiene. Die mittleren DMF-T-Indizes der Gruppe vor (18,1±5,28) und der Gruppe nach Transplantation (16,7±6,5) zeigten ebenso wie die Sanierungsgrade vor (75,09%±27,81) und nach Transplantation (78,27%±31,39) keine signifikanten Unterschiede. Gesunde parodontale Verhältnisse (PSI Code 0) ergaben sich bei keinem der Studienteilnehmer. Beim QHI hingegen ergaben sich für die Gruppe nach Transplantation mit 2,43±0,723 signifikant höhere Werte als für die Patienten vor Transplantation (1,89±0,764). Beim radiologisch bestimmten Attache-mentverlust mesial und distal konnten keine Unterschiede ermittelt werden. Die Ergebnisse der Studie zeigen deutliche Defizite der zahnärztlichen Betreuung von Patienten vor und nach Transplantation. Die signifikant schlechtere Mundhygiene der Gruppe nach Transplantation könnte durch die immunsuppressive Therapie sowie den im Vergleich zur Transplantationsnachsorge reduzierten Stellenwert der oralen Gesundheit bedingt sein. Eine Aufklärung der Patienten über den Zusammenhang von Mundgesundheit und Transplantation sollte sowohl von ärztlicher als auch zahnärztlicher Seite erfolgen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Hraský, Valentina
- Contributors dc:contributor
-
- Mausberg, Rainer Prof. Dr.
- Engel, Wolfgang Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 11Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
-
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-895
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2713-4
webdoc-2713
645072877 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B158-B