Georg-August-Universität Göttingen
Mitomycin/Cisplatin oder Mitomycin/Vinorelbin und Erythropoetin als Therapie bei vorbehandelten Patienten mit Rezidiv eines NSCLC innerhalb des Bestrahlungsfeldes
Abstract
dc:descriptionDie leitliniengerechte Primärtherapie von Patienten mit lokal fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC) der Stadien IIIA und IIIB besteht aus einer definitiven Radiochemotherapie, die Chemotherapie ist in der Regel platinhaltig. Die Überlebenszeiten sind allerdings niedrig und bis zu 71% der Patienten entwickeln ein Rezidiv, das im ehemaligen Strahlenfeld liegt. Eine erneute Behandlung dieser Patienten ist eine große Herausforderung. Allerdings ist diese Patientengruppe bisher nicht in Studien untersucht worden, so dass es bisher keine Therapierichtlinien in dieser Situation gibt. Die vorliegende Studie ist die erste klinische Studie, die sich ausschließlich an dieses Patientenkollektiv richtet. Die Tumorhypoxie stellt vermutlich einen zentralen Mechanismus in der Entstehung von Therapieresistenz maligner Tumore, insbesondere von Rezidivtumoren im Strahlenfeld dar. Daher wurde in der vorliegenden Phase-II-Studie eine Therapie mit Mitomycin gewählt, das unter hypoxischen Bedingungen besonders wirksam ist. Zur Erfassung von Arealen mit normalem Oxygenierungsstatus wurde als Kombinationspartner Cisplatin oder Vinorelbin, je nach Vorbehandlung, eingesetzt. Gleichzeitig wurde mit Erythropoetin versucht, die Tumorhypoxie während der Therapie zu reduzieren. 15 Patienten, vorbehandelt mit Radio- oder Radio-Chemotherapie und einem symptomatischem Rezidiv im Strahlenfeld, wurden in die Studie eingeschlossen: Fünf Patienten in Stadium IIIB und Zehn im Stadium IV. Patienten erhielten 8mg/m² Mitomycin an D1 und entweder 25mg/m² Vinorelbin (im Falle einer Vorbehandlung mit Cisplatin) an D1 und D8 oder 40mg/m² Cisplatin an D1 und D8 eines 21-Tage-Zyklus. Erfasst wurden Toxizität, Ansprechen, Überlebenszeiten und der Hb-Verlauf. Die mediane Anzahl von zwei Zyklen wurde verabreicht. Ein Patient zeigte eine partielle Remission während der Therapie, eine stabilisierte Erkrankung wurde bei sechs Patienten beobachtet. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 2,3 Monate [95%KI: 1,2 - 5,6], das mediane Gesam tüberleben 4,6 Monate [95%KI: 3,4 6,5]. Die beobachtete Grad-3/4-Toxizität bestand hauptsächlich aus Neutro- und Leukopenien und war insgesamt moderat. Ein Patient verstarb an einer Mitomycin-induzierten interstitiellen Pneumonitis. Die Hämoglobinkonzentration stabilisierte sich über 11g/dl. Zusammenfassend konnte gezeigt werden, dass eine klinische Studie in diesem anspruchsvollen Patientenkollektiv möglich ist und dass die Kombinationstherapie mit Mitomycin Aktivität in der Behandlung von im Strahlenfeld rezidivierten NSCLC zeigte. Bei moderater Toxizität waren die Ansprechraten vergleichbar mit anderen Zweitlinientherapiestudien. Allerdings waren die Überlebenszeiten niedriger als in Studien mit nicht selektionierten Patienten. Zur Optimierung der Therapie für diese Patientengruppe sind weitere Studien mit Stratifizierung gemäß potentiellen prognostischen und prädiktiven Faktoren empfehlenswert.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Stenger, Ingo
- Contributors dc:contributor
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- Griesinger, Frank Prof. Dr.
- Vorwerk, Hilke PD Dr.
- Virsik-Köpp, Patricia Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 14Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-856
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2640-8
webdoc-2640
641241860 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AFE8-7