Georg-August-Universität Göttingen
Compliance bei der hausärztlichen Bluthochdrucktherapie
Abstract
dc:descriptionHintergrund: Der Bluthochdruck ist ein bedeutender Risikofaktor für Morbidität und Mortalität kardiovaskulärer Erkrankungen. Trotz wirksamer medikamentöser Therapiemöglichkeiten wird eine ausreichende Senkung des Blutdrucks bei vielen Patienten nicht erreicht. Geringe Compliance mit der medikamentösen Therapie wird häufig als eine Ursache hierfür genannt. Patienten mit Bluthochdruck werden vornehmlich in der hausärztlichen Praxis betreut. Fragestellung: Wie compliant sind hausärztliche Patienten mit Bluthochdruck? Mit welchen demographischen und anamnestischen Parametern hängt die Compliance zusammen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Compliance und Blutdruckeinstellung? Methode: Aus 23 hausärztlichen Praxen in und um Göttingen wurden mittels elektronisch dokumentierter Behandlungsdaten 6617 Patienten mit der Diagnose arterielle Hypertonie identifiziert. Nach manuellem Ausschluss, vorher festgelegten Kriterien folgend, wurden 3443 Patienten schriftlich um die Studienteilnahme gebeten. 1273 Personen antworteten. Letztendlich sandten 829 Personen den beantworteten Erhebungsbogen zurück und nahmen an der Studie teil. Der Bogen bestand aus Fragen zur Soziodemographie, zur Medikamenten-einnahme, zum eigenen Blutdruck und aus der Hill-Bone Compliance to High Blood Pressure Therapy Scale . Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer betrug 61 Jahre, 51% waren männlich. Die Rate optimaler Compliance betrug 61%. Studienteilnehmer mit nicht optimaler Compliance unterschieden sich bezüglich einiger Merkmale von Studienteilnehmern mit optimaler Compliance: Sie waren im Mittel 4 Jahre jünger und häufiger noch berufstätig. Sie lebten seltener mit einem Partner zusammen und nahmen eher erst seit weniger als 5 Jahren Medikamente gegen Bluthochdruck ein. Bezüglich der Blutdruckwerte unterschieden sich beide Gruppen nicht. Schlussfolgerung: Die nahezu gleichen Blutdruckwerte unter optimal complian-ten und nicht optimal complianten Studienteilnehmern stellen nicht nur die Eignung des Erhebungsinstrumentes für die valide Bestimmung der Compliance in Frage, sondern lassen auch Zweifel über das hier abgebildete Konstrukt der Compliance entstehen. Ein Ausweg aus diesem Erhebungsdilemma könnte eine stärkere Orientierung an der Patientenperspektive sein, die über die Erhebung einer reinen Medikamentenadhärenz hinausgeht.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Schnakenberg, Jörg
- Contributors dc:contributor
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- Kochen, Michael M. Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 10Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-756
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2253-9
webdoc-2253
663332389 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF6C-E