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Georg-August-Universität Göttingen

Warum informieren sich Kopfschmerzpatienten im Internet?

Abstract

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Hintergrund: Kopfschmerzen sind ein häufiger Konsultationsgrund in der hausärztlichen Praxis und können in den unterschiedlichsten Formen und Zusammenhängen auftreten. Besonders Migräne und chronische Spannungskopfschmerzen haben großen Einfluss auf die Lebensqualität und den Alltag der betroffenen Patienten. Dennoch werden Kopfschmerzen nur von einem Teil der Betroffenen als Beratungsanlass in Hausarztpraxen thematisiert. Es ist zu vermuten, dass bei den betroffenen Kopfschmerzpatienten eine hohe Arztverdrossenheit und Unzufriedenheit mit der jeweiligen Behandlung der Kopfschmerzen herrscht. Die hausärztliche Betreuung von chronischen Kopfschmerzpatienten ist aufwendig und erfordert neben viel Engagement auch einen großen Zeitaufwand des behandelnden Hausarztes. Alternative Konsultationsformen wie Telemedizin oder Internetforen gewinnen zunehmend an Bedeutung.Fragestellung: In der vorliegenden Arbeit sollten die Beweggründe analysiert werden, die Betroffene zum Besuch des Internets veranlassen. Zudem sollte die Zufriedenheit mit der individuellen ärztlichen Versorgung im Bezug auf die Kopfschmerzsymptomatik untersucht werden.Methoden: Unter den Nutzern eines Kopfschmerz-Expertenrates im Internet wurde eine Onlinebefragung mittels eines standardisierten Fragebogens durchgeführt und sämtliche Anfragen, die an den Expertenrat gestellt wurden, auf ihren Inhalt hin untersucht. Die Nutzer des Expertenrats wurden zu ihren persönlichen Gründen, den Expertenrat zu besuchen, befragt und gebeten, ihre Erfahrungen mit den jeweiligen behandelnden Ärzten zu bewerten. Bei der inhaltsanalytischen Untersuchung der Anfragen wurden neben statistischen Daten vor allem die jeweils angesprochenen Themen erhoben.Ergebnisse: Es zeigte sich, dass der Hauptteil der Nutzer den Expertenrat hauptsächlich aufgrund seiner Möglichkeit der schnellen und unkomplizierten Informationsgewinnung schätzt. In der Analyse der Anfrage fanden sich jedoch auch viele Beispiele, in denen verzweifelte chronische Kopfschmerzerkrankte nach Hilfe suchten. Diese Betroffenen befanden sich teilweise in einer für sie ausweglos erscheinenden Situation und sahen im Expertenrat vielfach die letzte Anlaufstelle für ihre Problematik. In den Anfragen an den Expertenrat wurde zumeist nach Symptomen z. B. von Migräne oder nach bestimmten Therapien und Medikamenten gefragt.Schlussfolgerung: Chronische Kopfschmerzpatienten stellen ein Patientenkollektiv dar, welches ein besonderes Augenmerk in der hausärztlichen Versorgung verdient hat. Die medizinische Betreuung dieser Patienten fordert vom behandelnden Arzt häufig viel Empathie und Verständnis, da oftmals von Seiten der Betroffenen Anforderungen gestellt werden, die über das übliche Maß hinausgehen. Dies lässt sich hauptsächlich mit der durch Kopfschmerzen verursachten starken Beeinträchtigung des Einzelnen im alltäglichen Leben erklären. In der Betreuung von Patienten spielt das Internet eine stetig zunehmende Rolle. Hierbei ist es jedoch nicht als Ersatz der individuellen persönlichen medizinischen Betreuung zu sehen, sondern stellt vielmehr eine Ergänzung des klinischen Alltags dar.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Zitterbart, Sophie
Contributors dc:contributor
  • Scherer, Martin Prof. Dr.
  • Weishaupt, Jochen Prof. Dr.
  • Pfingsten, Michael Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 13

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-741
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2091-3
webdoc-2091
626019893
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF5D-0

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source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Zitterbart, Sophie. Warum informieren sich Kopfschmerzpatienten im Internet?. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AF5D-0