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Georg-August-Universität Göttingen

Epidemiologie und Behandlung von Kreuzschmerzen in der Hausarztpraxis

Abstract

dc:description

Das klinische Wissen über das Auftreten und den Verlauf von Kreuzschmerzen (KS) in hausärztlichen Praxen ist bisher begrenzt. Für die Implementierung evidenzbasierter Leitlinien ist die Kenntnis der hausärztlichen Versorgungssituation unentbehrlich. In einer Querschnittserhebung mit anschließender prospektiver Kohortenstudie sollen Epidemiologie, Krankheitsverlauf, Behandlung sowie Krankheitsvorstellungen und Erwartungen von Kreuzschmerzpatienten in Allgemeinarztpraxen untersucht werden. Patienten mit KS wurden vor einer Hausarztkonsultation in der Praxis schriftlich zu ihren Beschwerden befragt. In zwei Telefoninterviews (nach 2 und 12 Wochen) wurden der Schmerzverlauf und die stattgefundenen Versorgungsleistungen erfasst. 17 von 35 angeschriebenen Hausärzten (49%) im Bezirk Südoldenburg nahmen an der Studie teil. 127 Patienten beteiligten sich an der schriftlichen Befragung, 49 am Telefoninterview nach 2 Wochen und 40 nach 12 Wochen. Die mittlere 1-Wochen-Prävalenz von Kreuzschmerzpatienten in der hausärztlichen Praxis betrug 7,9%, die Inzidenz 5,5%. An Rezidiven litten 19% der Patienten. Nach 12 Wochen klagten trotz Therapie noch 55% unter fast täglichen bis häufigen Kreuzschmerzepisoden. Über die Hälfte (54%) der teilnehmenden Patienten versuchten bereits vor der Konsultation ihre Schmerzen mit Bewegung, Wärmeanwendungen und Schmerztabletten in den Griff zu bekommen. Vom Arzt wünschten sie sich die Kontrolle ihrer Schmerzen (23% hielten Spritzen für sinnvoll), weniger Diagnostik. In der ärztlichen Behandlung wurden NSAR sowie physikalische und physiotherapeutische Maßnahmen eingesetzt. 28,5% von 49 Patienten erhielten intramuskuläre Injektionen. Überweisungen erfolgten zu Orthopäden und Neurologen, nicht jedoch zu Psychotherapeuten. 62,5% von 40 Patienten wurden zu aktiver Bewegung angeregt, Bettruhe empfahl kein Hausarzt. Zwar scheint ein Großteil der Patienten und Ärzte über die Bedeutung eines aktivierenden Behandlungsansatzes in der Therapie von KS informiert zu sein, doch werden trotzdem in hausärztlichen Praxen nicht evidenzbasierte und obsolete Therapieverfahren eingesetzt. Dies mag zum Teil auf die Erwartungen und Wünsche der Patienten zurückzuführen sein.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Kögel, Katja
Contributors dc:contributor
  • Becker, Annette Prof. Dr.
  • Kochen, Michael M. Prof. Dr.
  • Pfingsten, Michael Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 15

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-727
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1951-6
webdoc-1951
615016952
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF4F-0

Chain of custody

source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Kögel, Katja. Epidemiologie und Behandlung von Kreuzschmerzen in der Hausarztpraxis. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AF4F-0