Georg-August-Universität Göttingen
Hausärztliches Vorgehen bei der medikamentösen Therapie der Herzinsuffizienz
Abstract
dc:descriptionHINTERGRUND: Die Herzinsuffizienz zeigt eine in den Industrienationen zunehmende Prävalenz. Sie spielt auch in der Hausarztpraxis eine entscheidende Rolle. Studien haben gezeigt, dass die Pharmakotherapie, insbesondere die Rate der ACE-Hemmerverordnungen, defizitär ist, sowohl in der spezialistischen, vor allem aber in der primärärztlichen Versorgung. FRAGESTELLUNG: Wie stellen sich die soziodemographischen Charakteristika von Herzinsuffizienzpatienten in deutschen Hausarztpraxen dar? Wie hoch sind die Verordnungen kardiovaskulär relevanter Medikamente zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz? Sind die Verordnungen in Übereinstimmung mit einer leitlinienadhärenten Pharmakotherapie zu bringen? METHODE: Die Daten der elektronischen Routinedokumentation von Patienten mit Herzinsuffizienz aus 14 hausärztlichen Praxen wurden bezüglich der pharmakotherapeutischen Versorgung ausgewertet. ERGEBNISSE: Von den 708 Patienten mit hausärztlich bestätigter Diagnose einer Herzinsuffizienz erhielten 38% einen ACE-Hemmer. Zusammen mit den von den Leitlinien als Ersatzmedikation bei Unverträglichkeit empfohlenen ATII-Antagonisten (12%) war damit die Hälfte der Patienten leitlinienadhärent versorgt. Eine logistische Regression über mögliche Einflussgrößen ergab, dass jüngere Männer mit Nebendiagnose Hypertonie und Vorhofflimmern, therapiert mit einem Diuretikum und ß-Blocker, in Behandlung bei Ärzten in Gemeinschaftspraxis und mit kürzerer Berufserfahrung mit höherer Wahrscheinlichkeit einen ACE-Hemmer bzw. ATII-Antagonisten verordnet bekamen. SCHLUSSFOLGERUNG: Die ermittelten soziodemographischen Daten von Herzinsuffizienzpatienten deutscher Hausarztpraxen sind in Übereinstimmung mit denen aus internationalen Untersuchungen zu bringen. Zudem wurde auch in der vorliegenden Untersuchung der international bestehende Trend der nur mäßigen Leitlinienadhärenz in der Pharmakotherapie der Herzinsuffizienz bestätigt. Da sich jedoch deutliche praxisbezogene Unterschiede in der Verordnungsqualität zeigten, sollte eine qualitative Studie Gründe für diese Unterschiede in der Leitlinienadhärenz aufdecken.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Jung, Hans Hermann
- Contributors dc:contributor
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- Koschack, Janka Dr.
- Kochen, Michael M. Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 16Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-710
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1656-3
webdoc-1656
615325742 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF3F-3