Georg-August-Universität Göttingen
Veränderungen kardiovaskulärer Risikofaktoren - mit besonderer Betrachtung von Homocystein und hsCRP - unter drei aktuell diskutierten Ernährungsstrategien zur Gewichtsreduktion: Low carb, Low fat und Low fat with reduced glycemic load
Abstract
dc:descriptionDiverse Ernährungsstrategien werden in den letzen Jahren neben ihrer Effektivität zur Gewichtsreduktion auch hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf andere kardiovaskuläre Risikoerkrankungen untersucht. Studien unter deutschen Ernährungsbedingungen zu diesem Thema gibt es bisher nicht. Wir führten eine randomisierte Vergleichsstudie mit 160 übergewichtigen bis mäßig adipösen Teilnehmerinnen und drei Interventionsarmen unter deutschen Ernährungsbedingungen durch: 53 Frauen folgten 6 Monate lang einer kohlenhydratarmen Diät (LC), 54 Frauen einer fettarmen (LF) und 53 Frauen einer fettarmen Diät mit Reduktion der glykämischen Last (LFRGL). Neben dem Gewicht wurden Glucose, Lipide, hsCRP und Homocystein im Verlauf gemessen. Eine Ernährungsanalyse vervollständigte die Untersuchung. Die Gewichtsabnahme betrug -8,1 + 4,0 kg (LC), -6,3 + 3,9 kg (LF) und -6,8 + 3,5 kg (LFRGL) ohne statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen (p=0,4868). Die Abbrecherquote war in der Gruppe LC am höchsten mit 45,3% gegenüber 35,2% (LF) bzw. 30,2% (LFRGL). Nur in der kohlenhydratarmen Diätgruppe LC zeigte sich nach 4 Wochen ein signifikanter Anstieg des Homocysteins (p=0,0144). Hier blieb ein Abfall des hsCRP über die 6 Monate aus (p=0,6663). Dagegen nahm der hsCRP-Wert in den fettarmen Gruppen LF (p=0,0112) und LFRGL (p<0,0001) signifikant ab. Eine signifikante Reduktion der Triglyceride (p<0,0001) fand sich ebenfalls nur in der Gruppe LC. Für Ballaststoffe (p<0,0001), Folsäure (p=0,0038) und Vitamin B6 (p=0,0029) fällt unter kohlenhydratarmer Ernährung ein deutlicher Minderverzehr auf. Ein solcher ließ sich auch in der Gruppe LFRGL für Ballaststoffe (p=0,0459) und Vitamin B6 (p=0,0230) dokumentieren. Alle drei Ernährungsstrategien sind ähnlich effektiv bezüglich der Gewichtsreduktion. Unter den Ernährungsbedingungen in Deutschland ergeben sich für eine streng kohlenhydratarme Ernährung jedoch gesundheitliche Bedenken durch einen signifikanten Minderverzehr von Folsäure, Vitamin B6 und Ballaststoffen. Bei bereits niedriger Folsäureaufnahme vor der Diätintervention führte die kohlenhydratarme Ernährung zu einer klinisch relevanten Minderversorgung mit Folsäure mit Homocysteinanstieg und fehlendem hsCRP-Abfall trotz Gewichtsreduktion.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Hönemann, Ines
- Contributors dc:contributor
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- Ellrott, Thomas PD Dr.
- Pudel, Volker Prof. Dr.
- Schäfer, Katrin Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 15Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-703
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1539-6
webdoc-1539
588957100 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF38-2