Georg-August-Universität Göttingen
Etablierung und Analyse von 'knock-out' Mausmodellen der σ1 Untereinheiten des AP 1 Komplexes
Abstract
dc:descriptionDer multimere Adaptorproteinkomplex AP-1 ist ein wichtiger Bestandteil Clathrin umhüllter Vesikel, die zwischen dem Trans-Golgi-Netzwerk (TGN) und dem endosomalen Kompartiment den Proteintransport aufrechterhalten. Er besteht aus 4 Untereinheiten, die beiden großen Untereinheiten β und γ, die mittlere Untereinheit µ und die kleinste σ. Bisher waren für die drei unterschiedlichen Isoformen von σ keine spezifischen Funktionen bekannt. In dieser Arbeit konnte ein Gene Trap Mausmodell für σ1A etabliert werden. Das heißt die Insertionsstelle des Gene Trap-Vektors konnte bestimmt werden, so dass nun eine Genotypisierung durchgeführt werden kann und bis zum Ende des Jahres werden die ersten homozygoten Nachkommen erwartet. In einer vorangegangenen Arbeit wurde von Frau C. Riel ein σ1B-defizientes Mausmodell etabliert. Die σ1B-defizienten Tiere sind lebensfähig, fertil und entwickeln sich in Bezug auf Größe und Gewicht vergleichbar zu Wildtypgeschwistern. Es zeigen auffällig viele der männlichen, σ1B-defizienten Mäuse einen sehr starken Harnrückstau, der zu einer hydropisch angeschwollenen Harnblase und einer Flüssigkeitsansammlung im Nierenbecken führt. Eine Abflußbehinderung im Bereich der ableitenten Harnwege konnten nicht beobachtet werden. Die untersuchten Urin- und Serumparameter ergaben keinen Hinweis auf eine Fehlfunktion der Nieren. Im Mittel ist das ausgeschiedene Harnvolumen der σ1B-defizienten Mäuse nicht größer als das der Kontrolltiere aus der gleichen Zucht. Es gibt allerdings einige Ausreißer nach oben. Im Vergleich zur reinen Wildtypzucht ist das Harnvolumen deutlich erhöht. Verhaltensstudien an σ1B-defizienten Mäuse haben gezeigt, dass sie hypoaktiv sind und eine schlechtere motorische Koordination besitzen. Weitere Untersuchen ergaben, dass die σ1B-defizienten Mäuse auf Grund von einem gestörten, synaptischen Vesikelrecykling eine verminderte räumliche Gedächtnisleistung haben. σ1B-defiziente Mäuse haben im Vergleich zu den Kontrolltieren weniger Fettgewebe. Das vorhandene Fettgewebe ist aber funktionell nicht beeinträchtigt. In einem Differenzierungsassay von murine embryonale Fibroblasten (MEF) zu Adipozyten sind die Zellen von σ1B-defizienten Mäusen weniger potent. Eine Rolle in der Regulierung der Adipogenese des Proteins Sortilin, das im Fettgewebe von σ1B-defizienten Mäusen überexprimiert wird, erscheint möglich. Die σ1B-Defizienz ist also mit drei unterschiedlichen physiologischen Abläufen assoziiert: der Regulation des Wasserhaushalts, der synaptischen Vesikelbildung und der Adipozytendifferenzierung.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Baltes, Jennifer
- Contributors dc:contributor
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- Schu, Peter Prof. Dr.
- Figura, Kurt von Prof. Dr. Dr.
- Ficner, Ralf Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 12Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-317
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2024-7
webdoc-2024
619482346 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AD2E-8