Georg-August-Universität Göttingen
Untersuchung endokriner Effekte von Benzophenon-2 und 17β-Estradiol in estrogen-rezeptiven Organen
Abstract
dc:descriptionViele essentielle Funktionen des menschlichen Körpers werden durch Hormone gesteuert. Diese Botenstoffe sind unter anderem an der Regulation des Wachstums, der Reproduktion, des Stoffwechsels, des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes und der Immunabwehr beteiligt. Es ist bekannt, dass exogene Substanzen an vielen Punkten in die Regulationswege von Hormonregelkreisläufen eingreifen können. Durch die zunehmende Sonnenexposition des Menschen kommt dem Schutz der Haut vor der kurzwelligen UVA- und UVB-Strahlung des Sonnenlichtes eine immer größere Bedeutung zu. Um Schäden vorzubeugen, werden unter anderem chemische UV-Filter eingesetzt, die in Sonnenlotionen und auch zunehmend in anderen Kosmetika wie Lippenstiften, Cremes und Haarpflegemitteln verwendet werden. Eine Klasse der sehr heterogenen Gruppe der UV-Filter sind die Benzophenone. Im europäischen Raum wird 2,2',4,4'-Tetrahydroxybenzophenon (BP2) zum Produktschutz Plastik- und Gummierzeugnissen beigefügt und darf im asiatischen Raum als UV-Schutz mit bis zu 10% Gehalt benutzt werden. Durch neuere Untersuchungen ist das vierfach hydroxylierte BP2 als mögliche endokrin aktive Chemikalie in Verdacht geraten. Es wurde die endokrine Wirkung des UV-Filters Benzophenon-2 untersucht. Über die in vitro-Versuche hinaus wurde der uterotrophe Assay in einer erweiterten Form angewandt, um die Auswirkungen einer BP2-Behandlung auf die Organe der Hypothalamus-Hypophyse-Gonaden (HPG)-Achse sowie der Hypothalamus-Hypophyse-Schilddrüsen (HPT)-Achse und auf metabolische Parameter zu erfassen. Damit sollte untersucht werden, ob BP2 über die in der Literatur postulierte rein estrogene Wirkung noch über andere endokrine Aktivitäten verfügt, die bislang nicht beachtet wurden. Des Weiteren sollte eine mögliche Metabolisierung von BP2 in vivo überprüft werden. Aus den Ergebnissen der untersuchten Parameter wurde eine Dosis-Wirkungsbeziehung erstellt, die als Grundlage für eine Risiko-Bewertung verwendet werden kann. Aus den in dieser Arbeit erhaltenen Ergebnissen ist ersichtlich, dass BP2 in den meisten der beobachteten Parameter eine Estrogen-ähnliche Aktivität besitzt und somit als eine endokrin aktive Chemikalie anzusehen ist. Darüber hinaus wurden nicht-estrogene Effekte von BP2 auf die GH- und LH-Sekretion gefunden, die durch eine antiandrogene Aktivität von BP2 erklärt werden könnten. In der HPT-Achse wurde eine nicht Estrogen-ähnliche Wirkung von BP2 auf die Schilddrüse identifiziert. Es wurde gezeigt, dass BP2 in vivo metabolisiert wird. Die Metabolite konnten identifiziert werden und die Kinetik der Exkretion wurde untersucht. Aus den erhaltenen Daten wurden Dosis-Wirkungsbeziehungen aufgestellt, die als Grundlage für eine Risiko-Bewertung herangezogen wurden. Die Ergebnisse lassen auf eine mögliche Beeinflussung der exponierten Gruppen schließen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Schlecht, Christiane
- Contributors dc:contributor
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- Hardeland, Rüdiger Prof. Dr.
- Doenecke, Detlef Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 11Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-642
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-739-3
webdoc-739
514917806 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AC63-3