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Georg-August-Universität Göttingen

Visuell-räumliche Navigationsleistungen und parietales Cortexvolumen bei schizophrenen Patienten im Paradigma der "Virtuellen Realität"

Abstract

dc:description

Erst wenige Arbeiten haben sich mit parietalen Dysfunktionen im Rahmen der Schizophrenie beschäftigt. Daher zielt die vorliegende Studie darauf ab, Defizite in klassischen "parietalen" Hirnfunktionen mit Hilfe einer virtuellen Navigationsaufgabe zu erfassen sowie eine diesbezügliche Involvierung parietaler Cortexareale zu bestätigen. Zur Erfassung der ego- und allozentrische Navigationsleistung durchliefen Patienten sowie Kontrollpersonen mit dem "virtuellen Labyrinth" und dem "virtuellen Park" zwei unterschiedliche dreidimensionale Testumgebungen. Um diese neuropsychologischen Variablen mit neuronanatomischen Variablen - dem Parietallappen - assoziieren zu können, wurden zudem die Cortices der Probanden mit Hilfe eines Magnetresonanztomographen erfasst. Explorativ wurde zum einen die Beteiligung hippocampaler Areale untersucht, zum anderen wurde innerhalb einer Subgruppenanalyse geprüft, ob sich differentielle neuropsychologische und hirnanatomische Profile bei den verschiedenen schizophrenen Subtypen beobachten ließen. Zudem kamen zur Erzielung einer besseren Vergleichbarkeit zwei klassische neuropsychologische Testinstrumente zum Einsatz, in denen schizophrene Patienten typischerweise Defizite aufweisen: Die Wechsler Memory Scale-Revised sowie der Trail Making Test A und B. Die zentralen Versuchshypothesen konnten bestätigt werden: Schizophrene Patienten wiesen sowohl im ego-, als auch im allozentrischen Raum eine defizitäre Navigationsleistung auf, die der von gesunden Kontrollpersonen unterlegen war. Darüber hinaus ließen sich in der Patientengruppe Volumenreduktionen im globalen und superioren Parietalcortex nachweisen. Die (reduzierten) parietalen Cortexvolumina der schizophrenen Probandengruppe standen des Weiteren in einem funktionalen Zusammenhang zu den beobachteten Navigationsdefiziten: Je kleiner die parietalen Cortexvoluminae waren, desto schlechter war auch die Navigationsleistung im ego- und allozentrischen Raum. Innerhalb der explorativen Analyse zeigte sich bei den schizophrenen Probanden eine deutlich bilaterale Volumenreduktion der Hippocampi. Zusammenhänge zu (defizitären) ego- oder allozentrischen Navigationsleistungen ließen sich allerdings nicht feststellen. Die Subtypenanalyse wies des Weiteren darauf hin, dass paranoide Patienten vor allem Navigationsdefizite im egozentrischen Raum aufwiesen, während desorganisierte Patienten eher durch Schwierigkeiten im allozentrischen Raum charakterisiert waren. Die parietalen Volumina unterschieden sich zwischen den schizophrenen Subgruppen nicht signifikant. Schließlich zeigte sich im Rahmen der klassischen neuropsychologischen Testung, dass schizophrene Patienten starke Defizite in mnestischen und psychomotorischen Funktionen aufwiesen. Insgesamt liefert die vorliegende Arbeit Belege für defizitäre ego- und allozentrische Navigationsleistungen bei der Schizophrenie sowie eine diesbezügliche pathologische Involvierung parietaler Cortexareale.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Ruhleder, Mirjana
Contributors dc:contributor
  • Irle, Eva Prof. Dr.
  • Hasselhorn, Marcus Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 18

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-194
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1422-2
webdoc-1422
525728813
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AC4A-0

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source
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Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Ruhleder, Mirjana. Visuell-räumliche Navigationsleistungen und parietales Cortexvolumen bei schizophrenen Patienten im Paradigma der "Virtuellen Realität". 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AC4A-0