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Freie Universität Berlin

Marketingrelevante Probleme im Gruppenkonsum

Abstract

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Viele Dienste, sog. personenbezogene Kollektivdienstleistungen, werden durch eine Konsumentengruppe simultan in Anspruch genommen. Ob z.B. in der Gaststätte, im Theater oder bei einer Fahrt mit der Bahn, in diesen und vielen anderen Fällen sind für gewöhnlich andere zeitgleich vor Ort - und können somit, zumindest hypothetisch, störend und/oder stimulierend wirken. Der Schwerpunkt dieser Arbeit lag auf der ökonomischen Analyse der Störung, die andere einem Konsumenten verursachen. So wurde diesbezüglich u.a. ein allgemeingültiges Maß theoretisch-deduktiv abgeleitet - eines, das die Qualitätseinbuße misst, die auftritt, wenn ein Dienst in der Gruppe genutzt wird. Grundlage dafür war die ökonomische Theorie des Klubs nach Buchanan (1965). Wird ein Dienst in der Gruppe konsumiert, dann entstehen ihr zufolge grundsätzlich immer sog. Überfüllungskosten. Der Grund dafür ist, dass innerhalb der Konsumentengruppe die Verfügungsrechte nicht eindeutig geregelt sind, d.h., wer in der Gruppe etwas (nicht) darf, ist für gewöhnlich unklar: Der Konsument schließt den Vertrag mit demjenigen ab, der den Dienst am Markt anbietet, und nicht mit den anderen Konsumenten, die zeitgleich vor Ort sind. Die Abstimmung untereinander erfolgt daher, wenn überhaupt, ausschließlich informal. Es droht somit ein "Trauerspiel der Allmende": Eigentlich wäre es für alle besser zu kooperieren, wird aber unterlassen - entweder mangels Willen, besseren Wissens oder weil es aus Sicht eines Einzelnen zu aufwendig wäre, die anderen davon zu überzeugen, sich kooperativ zu verhalten. Die Gefahr, dass die anderen sich nicht so wie gewünscht verhalten, einem also Überfüllungskosten verursachen, ist daher bei personenbezogenen Kollektivdienstleistungen allgegenwärtig. Das Trauerspiel kann der Theorie des Klubs zufolge durch einen Dienstleister auf zwei Wegen gemildert werden: durch eine "Quasi-Privatisierung" und durch einen "residual claimant". Im ersten Fall wird der Gruppenkonsum de facto wieder aufgelöst, jeder kann unabhängig von den anderen für sich konsumieren, im zweiten wird ein Verantwortlicher definiert, der sicherstellen soll, dass die Konsumenten sich in der Interaktion wie gewünscht verhalten. In der empirischen Untersuchung wurde der Schwerpunkt auf den erstgenannten Lösungsmechanismus gelegt, die Quasi- Privatisierung: Sind Konsumenten überhaupt bereit, dafür zu zahlen? Diese Frage wurde empirisch "beleuchtet", indem sie für den Besuch eines Spiels der Fußballbundesliga untersucht wurde. Spiele der Fußballbundesliga besuchen durchschnittlich 40.000 Zuschauer, sodass zu erwarten war, dass die Probleme, die für den Gruppenkonsum typisch sind, dort besonders deutlich zu Tage treten. Tatsächlich konnte der Bedarf für eine Quasi-Privatisierung empirisch nachgewiesen werden. Dem Fußballbundesligisten, für den die Befragung durchgeführt wurde, ist daher empfohlen worden, in Zukunft den Zuschauern Produkte anzubieten, die es ihnen ermöglichen, den Gruppenkonsum zu quasi- privatisieren. Ein solches Angebot verspricht erhebliches Umsatzpotenzial.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Chatrath, Stefan

Subjects

dc:subject × 5

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Language dc:language
ger

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Freie Universität Berlin
Base URL
refubium.fu-berlin.de/oai/request
Last updated
2026-08-21
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OAI-PMH GetRecord
citation

Chatrath, Stefan. Marketingrelevante Probleme im Gruppenkonsum. 2010. https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/9075