Freie Universität Berlin
Multifokaler Progress von Glioblastoma Multiforme nach Therapie mit Tumor Treating Fields
Abstract
dc:description.abstractHintergrund: Das Glioblastom (GBM) ist bei Erwachsenen der häufigste maligne hirneigene Tumor mit schlechter Prognose und limitierten Behandlungsmöglichkeiten. Da GBMs selten über das Gehirn hinaus metastasieren, stellen lokale Verfahren wie Tumor Treating Fields (TTFields, Optune, Novo-TTF) eine vielversprechende Therapieoption dar. Die EF-14 Studie demonstrierte für die adjuvante Anwendung von TTFields beim primären Glioblastom einen Überlebensvorteil von 4,9 Monaten in Kombination mit Temozolomid (TMZ) im Vergleich zur TMZ-Monotherapie. Aufgrund dessen wurden TTFields bereits von der FDA als Behandlung für das primäre GBM zugelassen. Kongruent zu der Publikation von Glas et al., welche anhand einer Posthoc-Analyse der EF-14 Studie ein gehäuftes Auftreten von multifokalen Metastasen unter TTFields beschrieb, wurden ähnliche Beobachtungen an der Neurochirurgie Charité Universitätsmedizin Berlin gestellt. Als Folge wurde eine retrospektive und prospektive multizentrische Registerstudie initiiert, um die Therapieeffektivität in der Routineanwendung und das Metastasierungsmuster unter TTFields zu prüfen. Methodik: Die vorliegende Monografie ist eine retrospektive Analyse von Patient:innen aus der Neurochirurgie der Universitätsmedizin Berlin mit primärem GBM. 36 Patient:innen wurden unter adjuvanter Therapie in Kombination mit TTFields im Vergleich zu 120 Patient:innen ohne TTFields untersucht (Gruppe A). Von der Gruppe A analysierten wir zusätzlich 34 Patient:innen unter TTFields und 77 ohne TTFields, die nur CeTeG oder STUPP erhalten hatten (Gruppe B). Als primärer Endpunkt wurde das Metastasierungsmuster der beiden Gruppen miteinander verglichen und in einer multivariaten Analyse untersucht, ob es weitere Einflussfaktoren gab, die das Auftreten multifokaler Metastasen begünstigten. Sekundäre Endpunkte waren das Overall Survival (OS) und Progression-Free Survival (PFS) der Behandlungsarme im Vergleich, OS und PFS in Abhängigkeit vom MGMT-Methylierungsstatus sowie die Auswirkungen des Metastasierungsmusters auf das OS. Ergebnisse: In beiden Gruppen traten signifikant häufiger multifokale Rezidive unter TTFields auf. Zudem war die Behandlung mit TTFields der einzig signifikante Risikofaktor für das Auftreten multifokaler Metastasen (Gruppe A p = 0,02, Gruppe B p = 0,023). Ein multifokales Metastasierungsmuster hatte in keiner Gruppe eine signifikant negative Auswirkung auf das OS. Schlussfolgerung: Diese Arbeit ist nach unserer Kenntnis bisher die größte, monozentrische Untersuchung zur Anwendung von TTFields beim GBM in der klinischen Praxis und zeigte in unseren Analysen, dass TTFields als einziger unabhängiger Einflussfaktor zum Auftreten multifokaler Metastasen beitrug. Weitere unabhängige, prospektiv randomisierte Studien sollten folgen, um die Hypothese zu bestätigen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Hasenburg, Alena Annbalou
Subjects
dc:subject × 4Rights
- Licence dc:rights.uri
- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier URI
- http://dx.doi.org/10.17169/refubium-44599