University of Freiburg
In vitro-Untersuchungen zur Adsorption und Filtration von rekombinantem Hirudin : Vergleich unterschiedlicher Hämodialysatoren
Abstract
dc:description.abstractRekombinantes Hirudin ist ein sehr potenter direkter Thrombinantagonist, der zur Behandlung einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie eingesetzt wird. Da Hirudin hauptsächlich renal eliminiert wird, ist seine Halbwertszeit bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion stark verlängert. Diese Patienten sind daher verstärkt durch Blutungskomplikationen gefährdet, zumal bisher noch kein klinisch verfügbares Antidot bekannt ist. Um Hirudin auch bei niereninsuffizienten Patienten einsetzen zu können, sind Informationen zur Hirudinfiltration verschiedener Hämodialysatoren von großem Interesse. <br>In der vorliegenden Studie wurden mit einem Rezirkulationsmodell acht verschiedene in der Klinik häufig verwendete Low-Flux- und High-Flux-Dialysatoren hinsichtlich ihrer Filtrationseigenschaften für Hirudin charakterisiert. Alle verwendeten High-Flux-Dialysemembranen filtrierten Hirudin. Dabei zeigte der Polysulfon-Dialysator mit einem Siebkoeffizienten (SK) von 0,97 in den Vollblutexperimenten die besten Filtrationseigenschaften. Während auch die Dialysatoren aus Polyarylethersulfon (SK=0,73) und Polymethylmethacrylat (SK=0,75) eine gute Hirudinfiltration zeigten, lag der Siebkoeffizient bei Verwendung des Polyamid-Dialysators mit 0,49 deutlich unter dem der anderen getesteten Dialysatoren. Keiner der untersuchten Low-Flux-Dialysatoren aus Cuprophan, Hämophan, Polysulfon und Polymethylmethacrylat wies eine relevante Hirudinfiltration auf. <br> <br>Um die Hirudinkonzentration im Falle einer Blutungskomplikation oder Überdosierung zu senken, ist demnach eine Hämofiltration mit High-Flux-Dialysatoren aus Polysulfon am besten geeignet. Im Rahmen von Nierenersatzverfahren mit Hirudin als Antikoagulans können sowohl Low- als auch High-Flux-Membranen verwendet werden. Dabei sollte die Hirudindosierung insbesondere an die Permeabilität des eingesetzten Filters, aber auch an die jeweilige klinische Situation des Patienten angepaßt werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Benz, Kerstin
- Contributors dc:contributor
-
- Böhler, Joachim
Subjects
dc:subject × 7Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/419
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:419