University of Freiburg
Der Einfluss von tiefer Hypothermie und Wiedererwärmung auf den Sauerstoffverbrauch und das zirkulierende Blutvolumen der Ratte
Abstract
dc:description.abstractHintergrund: Beim Wiedererwärmen von Opfern akzidentieller Hypothermie kommt es häufig zu einer unvollständigen Erholung des Herzzeitvolumen (HZV). Es wurde postuliert, dass eine Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff während Hypothermie und/oder Wiedererwärmung hierfür verantwortlich ist. Hypothese: Es sollte überprüft werden, ob die mangelhafte Erholung des HZV bei Wiedererwärmung nach tiefer Hypothermie mit einer Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff assoziiert ist. Methodik: Männliche Wistar Ratten wurden auf 15°C Körpertemperatur abgekühlt. Diese Temperatur wurde entweder für 1 h oder für 5 h konstant beibehalten. Anschließend wurde auf 37°C wiedererwärmt. HZV, zirkulierendes Blutvolumen und andere hämodynamische Parameter wurden gemessen bzw. berechnet. Weiterhin wurden Blutgase, pH-Wert, Hämatokrit, Plasma- und Myokardlaktatkonzentration gemessen und der arterielle O2-Gehalt, die O2-Extraktionsfraktion und der der O2-Verbrauch berechnet. Ergebnisse: Bei Abkühlung sank das Herzzeitvolumen (HZV) in beiden Gruppen auf weniger als die Hälfte des Ausgangswertes. 5 h Hypothermie führten zu einer weiteren hämodynamischen Verschlechterung. Das zirkulierende Blutvolumen sank in beiden Gruppen bei stabilem Hämatokrit während Abkühlung und Hypothermie auf unter die Hälfte des Ausgangswertes. Der O2-Verbrauch sank in beiden Gruppen auf weniger als ein Drittel des Ausgangswertes, der pH-Wert fiel auf ca. 7,1. Wiedererwärmung nach 1 h Hypothermie führte zu einer vollständigen Erholung aller hämodynamischen Parameter. Bei Wiedererwärmung nach 5 h Hypothermie hingegen erreichte das HZV nur 60 ± 2,8 % des Ausgangswertes. Der O2-Verbrauch normalisierte sich bei Wiedererwärmung in beiden Gruppen gleichermaßen, die O2-Extraktionsfraktion lag bei 0,68 ± 0,03 in der 5 h Hypothermie-Gruppe. Das zirkulierende Blutvolumen stieg in beiden Gruppen wieder auf ca. ¾ des Ausgangswertes. Während sich der pH-Wert nach 1 h Hypothermie normalisierte, blieb er nach 5 h Hypothermie-Gruppe niedrig. Diese Azidose war mit einem erniedrigten pCO2 und einem vierfach erhöhten Plasmalaktatspiegel assoziiert. Gleichzeitig wurde im Myokard eine nur leicht erhöhte Laktatkonzentration von 2 ± 0,5 µmol/l gemessen. Schlussfolgerung: Die mangelhafte Erholung des HZV während Wiedererwärmung nach 5 h Hypothermie ist nicht mit einem gesenkten O2-Verbrauch assoziiert. Das während Hypothermie verminderte zirkulierende Blutvolumen spricht für das Vorliegen einer regionalen Ischämie in dieser Phase, die die metabolische Azidose sowie die mangelhafte Kreislauferholung bei Wiedererwärmung nach 5 h Hypothermie erklären kann.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Flemming, Kristina
- Contributors dc:contributor
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- Doenst, Torsten
Subjects
dc:subject × 1Identifiers
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- https://freidok.uni-freiburg.de/data/2370
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