University of Freiburg
Wirkungen von Ethanol auf das Phosphoinositid-Ca2+-second messenger System in Granulozyten von Patienten mit Alkoholabhängigkeit und gesunden Kontrollen
Abstract
dc:description.abstractDie Alkoholabhängigkeit ist eine sowohl für einzelne Betroffene, als auch deren Angehörige oder die gesamte Gesellschaft hochrelevante Erkrankung. Vorangegangene Arbeiten weisen darauf hin, dass Signaltransduktionssysteme des zentralen Nervensystems (ZNS), insbesondere das Inositolphosphat-Ca2+-second messenger System (IP-Ca2+-SMS), an der Entstehung der klinischen Symptomatik beteiligt sind. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Auswirkungen von Alkohol auf dieses System zu untersuchen. Da zelluläre Prozesse des ZNS beim Menschen nicht unmittelbar zugänglich sind, wurde unter der Annahme einer biochemischen Parallelität das IP-Ca2+-SMS an neutrophilen Granulozyten von 51 Patienten mit Alkoholabhängigkeit und 7 nach Alter und Geschlecht abgeglichenen gesunden Probanden untersucht (n = 7 Probanden: ex vivo Blutabnahme nach Alkoholkonsum; n = 7 x 3 Probanden: in vitro Inkubation von Granulozyten mit Ethanol; n = 51 alkoholabhängige Patienten: in vitro Untersuchungen in 3 Stadien: aktives Trinken, nach 2-3 Wochen und nach 6 Monaten Alkoholabstinenz). Die Sensitivität des IP-Ca2+-SMS wurde mittels der Fura-2- AM Methode und fMLP Stimulation bestimmt. Akute Alkoholexposition von Probanden führte sowohl in den ex vivo als auch in vitro Untersuchungen zu einer Rechtsverschiebung der Dosis-Wirkungs-Kurven mit signifikant erhöhten EC50-Werten bei unveränderten Delta Ca2+max- und Ca2+basal-Werten. Dies entspricht einer verminderten Sensitivität des IP-Ca2+-SMS bei akuter Alkoholexposition. Bei den Patienten zeigten sich stadienabhängige Effekte. Bei aktivem Trinken unterschieden sich die Kennwerte des IP-Ca2+-SMS nicht von den Ausgangswerten der Kontrollen. Nach 2-3 Wochen Alkoholabstinenz kam es jedoch zu einer signifikanten Verminderung der Sensitivität des IP-Ca2+-SMS sowohl im intraindividuellen Verlauf als auch im Vergleich zu den Kontrollen (erhöhte EC50-Werte). Weiterhin zeigten die Zellen zu diesem Zeitpunkt eine signifikant erhöhte maximale Ca2+-Antwort (Delta Ca2+max) sowohl im intraindividuellen Vergleich als auch im Vergleich mit den Kontrollen. Diese Alterationen der EC50- und Delta Ca2+max-Werte normalisierten sich wieder nach 6 monatiger Alkoholabstinenz. Ca2+basal-Werte zeigten in unseren Untersuchungen keinerlei signifikante Veränderungen. Die gezeigten Alterationen des IP-Ca2+-SMS könnten sowohl mit der beeinträchtigten Immunantwort alkoholisierter Menschen als auch mit klinischen Aspekten eines protrahierten Alkoholentzugs, wie z.B. Gereiztheit, Stimmungsschwankungenn oder Schlafstörungen, zusammenhängen. Ein weiterführendes Verständnis der deutlich veränderten Signaltransduktion könnte in Zukunft zu besseren Behandlungsmöglichkeiten von Patienten mit Alkoholabhängigkeit beitragen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Ebersoldt, Marion
- Contributors dc:contributor
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- Calker, Dietrich van
Subjects
dc:subject × 1Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/2365
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:2365