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University of Freiburg

Einfluß und Wirksamkeit von Propafenon auf ischämiebedingte EKG-Veränderungen und ventrikuläre Arrhythmien während akutem, iatrogen induziertem Koronarverschluß (PTCA) im Vergleich zu Placebo

Abstract

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Die koronare Herzerkrankung ist mit einem deutlich erhöhten Risiko für das Auftreten eines plötzlichen Herztodes verbunden. Verantwortlich sind meist maligne ventrikuläre Tachyarrhythmien, wobei der Interaktion einer myokardialen Ischämie und dem Auftreten der ventrikulären Arrhythmie eine wesentliche Rolle zugesprochen wird. Klasse-Ic-Antiarrhythmika führten zwar zu einer signifikanten Reduktion ventrikulärer Arrhythmien, verbesserten aber deren Prognose nicht. Mit den Ergebnissen der CAST-Studie 1989 wurde vielmehr offensichtlich, dass die Einnahme von Klasse Ic-Antiarrhythmika für Patienten mit koronarer Herzerkrankung und Zustand nach Myokardinfarkt mit einem signifikant höheren Mortalitätsrisiko verbunden ist. Da die Klassifikation der Antiarrhythmika nach Dukes und Vaughan Williams einzelne Substanzen in eine Klasse gruppiert, die sich in ihren elektrophysiologischen Eigenschaften auch unterscheiden und eine Überschneidung dieser elektrophysiologischen Eigenschaften zwischen den einzelnen Klassen besteht, können die Ergebnisse der CAST-Studie nicht zwangsläufig auf alle Klasse I-Antiarrhythmika übertragen werden. <br>Die vorliegende Studie untersuchte unter Berücksichtigung der geschilderten Zusammenhänge zwischen myokardialer Ischämie, ventrikulärer Arrhythmie und Klasse I-Antiarrhythmika, ob Propafenon als Klasse Ic-Antiarrhythmikum während akuter Myokardischämie die ischämische Reaktion des Myokards beeinflusst und darüber das Auftreten sekundärer ventrikulärer Arrhythmien begünstigt. <br>In diese doppelblind randomisierte, placebokontrollierte Studie wurden 98 Patienten mit gesicherter koronarer Herzkrankheit und Indikation zur perkutanen, transluminalen Angioplastie (PTCA) von Mai 1991 bis September 1992 aufgenommen. Nach vorausgegangenem Ischämienachweis mittels ST-Strecken- und Rhythmusanalyse sowie Auftreten von Angina pectoris Symptomatik im Belastungs-EKG oder Langzeit-EKG erhielten 47 dieser Patienten Placebo und 51 Patienten Propafenon während PTCA. Die PTCA wurde hinsichtlich der Ballonocclusion nach Möglichkeit gemäß einem standardisierten Modus durchgeführt, währenddessen erfolgte eine ebenfalls standardisierte, kontinuierliche EKG-Aufzeichnung. Als Zielvariablen zur Erfassung einer Myokardischämie wurden das Verhalten der ST-Strecke, Veränderungen des QRS-Komplexes und der QT-Dauer, das Auftreten ventrikulärer Rhythmusstörungen und das Auftreten von Angina pectoris während und nach der Ballonokklusion herangezogen. <br>Die erhobenen Ergebnisse weisen nur geringfügige Unterschiede zwischen beiden Gruppen in ihrem Ischämieverhalten während PTCA nach. Ein additiver Einfluss von Propafenon auf die ischämische Reaktion des Myokards während PTCA kann jedoch angesichts dieser Unterschiede nicht sicher ausgeschlossen werden. Ein möglicher Erklärungsversuch wäre ein hemmender Einfluß von Propafenon auf das myokardprotektive Phänomen des ischämischen Präkonditionierens im Laufe repetitiver Ballondilatationen. <br>Eine Aggravation ventrikulärer Rhythmusstörungen unter Ischämie und gleichzeitiger Wirkung von Propafenon trat in zu keinem Zeitpunkt auf. Vielmehr bestätigen die Untersuchungsergebnisse die antiarrhythmische Wirksamkeit der Substanz in Form einer Suppression ventrikulärer Arrhythmien im Vergleich zur Placebogruppe. Insgesamt bleibt die Möglichkeit einer Beeinflußung der Ischämietoleranz des Myokards durch Propafenon mehr spekulativ, so daß ein entscheidender Einfluß von Propafenon auf die ischämische Reaktion des Myokards nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann.

Author and committee

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Author dc:creator
  • Deisenberger, Karin
Contributors dc:contributor
  • Zehender, Manfred

Subjects

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2026-07-24
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Deisenberger, Karin. Einfluß und Wirksamkeit von Propafenon auf ischämiebedingte EKG-Veränderungen und ventrikuläre Arrhythmien während akutem, iatrogen induziertem Koronarverschluß (PTCA) im Vergleich zu Placebo. https://freidok.uni-freiburg.de/data/2319