Abstract
dc:description.abstractSubstanz P (SP) ist ein Neuropeptid, welches in erhöhten Konzentrationen im Liquor cerebrospinalis von Patienten gefunden werden kann, die an affektiven Störungen wie z.B. Depression erkrankt sind. Daher nahm man an, das SP eine Rolle in der Äthiopathogenese dieser Erkrankungen spielt. Zudem scheinen SP-Rezeptor-Antagonisten bei depressiven Patienten einen antidepressiven Effekt zu haben. <br>In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob die exogene Gabe von SP eine Veränderung der Stimmung und der Schlafarchitektur bei gesunden Probanden verursacht. Ferner wurde überprüft, ob diese Veränderungen den bei einer Depression auftretenden Veränderungen des Schlafes ähneln. <br>Für die Studie wurde ein randomisiertes, doppelblindes Versuchsprotokoll gewählt. Wir rekrutierten 12 männliche, gesunde Probanden, welchen in 2 Blocks à 3 Nächten während der jeweils dritten Nacht entweder SP oder Plazebo infundiert wurde. Die intravenöse Infusion erfolgte in 4 Intervallen à 20 Minuten mit je 40 Minuten Pause. Während dieser Infusionsnächte wurde den Probanden alle 30 Minuten Blutproben abgenommen, ferner wurde während allen Nächten ein Schlaf-EEG abgeleitet. <br>Im Anschluss an diese pulsatile SP-Infusion war eine signifikante Verlängerung der REM-Latenz, eine erhöhte Wachzeit der Probanden während der SP-Infusion sowie eine Vermehrung des Stadium 1-Schlafes in der ersten Nachthälfte messbar. Zudem zeigte sich eine signifikante Verschlechterung der Stimmung der Probanden. <br>Diese Auswirkungen der SP-Gabe können ein Hinweis auf direkte zentrale Effekte der Substanz sein. SP löst somit bei gesunden Probanden eine depressionsähnliche Stimmungslage und zum Teil depressionsähnliche Veränderungen des Schlafprofils aus. <br>Es lässt sich durch diese Studie jedoch nicht ausschließen, dass die Effekte auf Schlafparameter durch die von den Probanden als unangenehm empfundenen vegetativen Nebenwirkungen während der Infusionen von SP verursacht wurden. <br>Zukünftige Studien werden untersuchen, ob die Gabe von SP bei Patienten mit affektiven Störungen oder Angststörungen zu Stimmungsveränderungen oder Panikattacken führt. Des weiteren soll untersucht werden, ob sich durch die Verwendung verschiedener SP-Fragmente eine Differenzierung der in dieser Studie beschriebenen Effekte in Tachykininartige- und SP-bedingte Effekte vornehmen lässt.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Kampik, Katharina
- Contributors dc:contributor
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- Voderholzer, Ulrich
Subjects
dc:subject × 5Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1651
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1651