Abstract
dc:description.abstractFür niedergelassene Ärzte wird die Entwicklung von Management- und Führungskompetenzen künftig eine zunehmend große Bedeutung einnehmen (Hohner, 1999; NAV-Virchow-Bund, 2000; Wodtke, 1999). Selbstmanagement kann dabei als zentrales (Hohner, 1999) oder sogar als wichtigstes (Linneweh & Hofmann, 1995) persönliches Kompetenzfeld betrachtet werden. Die offerierten Beratungs- und Trainingsansätze auf dem Markt entbehren häufig einer theoretisch und methodisch fundierten Grundlage – oftmals werden nur juristische oder betriebswirtschaftliche Aspekte betont. Eine „arbeits- und organisationspsychologisch begründete Konzeption der Arztpraxis als soziotechnisches System sowie als System von individuellen Aufgaben und Tätigkeiten“ steht bisher noch aus (Schüpbach & Majumdar, 2003, S. 383). Der hier vorliegende Beitrag setzt auf diese Befundlage auf und strebt dabei an, einen Beitrag zu einer settingspezifischen und integrativen Analyse, Bewertung, Gestaltung und Evaluation von Arztpraxen zu leisten. Dabei werden soziotechnische und handlungsregulationstheoretische, person- und bedingungsbezogene Aspekte i.S. der Mensch-Technik-Organisations-Analyse (Strohm & Ulich, 1997) integriert. <br>Anhand einer soziotechnischen Aufgabenkategorisierung wird zuerst eine arbeitspsychologische Beschreibung von Hausarztpraxen vorgelegt. Selbstmanagementaufgaben werden dabei als „metaregulativ“ zentraler Aufgabenbereich eingeführt (Abschnitt 4.1). Darüber hinaus werden settingspezifische Störungen, Schwankungen, Regulationsbehinderungen systematisch inventarisiert, ihre Auftretenshäufigkeit und belastende bzw. beanspruchende Wirkungen sowie ein entsprechender Qualifikationsbedarf analysiert (Abschnitt 4.2). Eine auf narrativen Interviews basierende Analyse relevanter Regulationsprozesse i.S. von Management und Führungsverhalten (Abschnitt 4.3) erweist sich in der vorliegenden Arbeit, zusammen mit den anderen Analyse- und Bewertungsschritten, als theoretisch und methodisch fundierter und settingspezifischer Einstieg in einen „ganzheitlichen“ (vgl. Strohm & Ulich, 1997), menschengerechten und partizipativen Organisationsentwicklungs- bzw Qualitätsmanagementprozess in Arztpraxen. Die im Vorfeld für Arztpraxen spezifizierte MTO-Analyse (Schüpbach & Majumdar, 2003) hat sich dabei als settingspezifischer, methodischer Rahmen bewährt. <br>Um mit zunehmend dynamischen Rahmenbedingungen zurecht zu kommen, erscheint es für niedergelassene Ärzte zielführend, bisher nicht wahrgenommene objektive Handlungs-, Entscheidungs- und Gestaltungsspielräume zu erkennen, das Potenzial von Selbstregulationskräften stärker zu nutzen und sukzessive zu einer stärkeren Aufgabenorientierung und zu einem bewussten, willentlichen und gezielten Regulationsverhalten i.S. der Wahrnehmung von (Selbst-)Management- und Führungsaufgaben zu finden. <br>Der Nutzen der Arbeit wird darin gesehen, Wissenschaftlern und Praktikern einen in Entwicklung befindlichen soziotechnisch fundierten Analyse- und Bewertungsansatz zur Verfügung zu stellen, welcher eine geeignete Basis bietet, um Störungen, Schwankungen und Regulationsbehinderungen in Hausarztpraxen systematisch zu managen und um Ärzten einen Einstieg in den Qualitätsmanagementprozess zu erleichtern.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Majumdar, Marcus
- Contributors dc:contributor
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- Schüpbach, Heinz
Subjects
dc:subject × 10Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1529
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1529