University of Freiburg
MR-Zisterno-Myelographie mit intrathekalem Gadolinium-BOPTA : Realisierbarkeit, Toxizität und diagnostische Vorteile in-vitro, im Tiermodell und in ersten klinischen Anwendungen
Abstract
dc:description.abstractDie vorliegende Studie befasst sich mit dem intrathekalen Verhalten und der diagnostischen Einsetzbarkeit des MR-KM's Gadobenate-Dimeglumine (Gd-BOPTA). <br>Nach in-vitro-Bestimmung der optimalen Konzentrationen in NaCl 0,9% und künstlichem Liquor, wurde das MR-KM an 25 Kaninchen getestet. Hierbei wurden jeweils 3 Tieren Gd-BOPTA in verschiedenen Mengen (3, 50 und 80 µmol) durch zisternale Punktion appliziert. Mannitol 20% diente bei 6 Tieren als equiosmolale Kontrollsubstanz. Alle Tiere wurden anschließend kernspintomographisch untersucht und nach 3, 7 oder 28 Tagen seziert. Vor Gabe des Kontrastmittels sowie am Ende des Versuches wurde Proteinkonzentrationen und Leukozytenzahlen im Liquor bestimmt. Das ZNS wurde an unterschiedlichen Lokalisationen (Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm, Rückenmark) histologisch auf toxische Reaktionen hin untersucht. Ein Übertritt des Gd-BOPTA in neuronale Strukturen wurde kernspintomographisch und histologisch nicht beobachtet. Die Beurteilung der Verteilung des Kontrastmittels innerhalb des Subarachnoidalraumes erfolgte mittels dynamischer Untersuchungen während Kontrastmittelapplikation. Die Nachweisbarkeit von pathologischen Veränderungen wie Stenosen und Liquorfisteln wurde an 4 Tieren getestet. Um zu differenzieren, ob sich mögliche Änderungen der Liquorparameter auf das Kontrastmittel oder die Punktion selbst zurückführen lassen, wurden 4 Kontrolltiere ohne Kontrastmittelaplikation jeweils im Abstand von 3 Tagen punktiert und der gewonnene Liquor untersucht. Es konnten keine toxischen Reaktionen auf das Kontrastmittel beobachtet werden. Die Erhöhung von Zellzahlen und Proteinkonzentrationen im Liquor ließ sich auf die Punktion selbst und die damit verbundene Traumatisierung des Subarachnoidalraumes zurückführen. Es zeigte sich eine gute intrathekale Verteilung des Kontrastmittels. Kleinste anatomische Details stellten sich deutlich dar. Experimentell erzeugte Stenosen und durale Fisteln wurden exakt diagnostiziert. <br> Stark T2-gewichtete kernspintomographische Sequenzen erlauben eine hyperintense Darstellung des Liquors. Diese als MR-Myelographie bekannte Technik ist seit Jahren klinische Routine. Im Gegensatz zu konventioneller Myelographie ist eine intrathekale Gabe von Kontrastmittel (KM) nicht erforderlich. Hierin besteht ein wesentlicher Vorteil dieser Technik. Jedoch ist eine exakte Diagnostik auch mit diesem Verfahren nicht stets gegeben. Unter bestimmten Vorraussetzungen könnte daher auch die intrathekale Gabe von MR-Kontrastmitteln (MR-KM) indiziert sein. <br>In ersten klinischen Anwendungen an zwei Patienten war es möglich nach intrathekaler Applikation die pathologischen Verhältnisse detailliert und nebenwirkungsfrei darzustellen. <br>Gd-BOPTA scheint eine Alternative zu röntgenologischen und nativ kernspintomographischen Verfahren zu sein. Möglicherweise ist es diesen bei besonderen Fragestellungen sogar überlegen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Krämer, Nils Andreas
- Contributors dc:contributor
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- Schumacher, Martin
Subjects
dc:subject × 5Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1326
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1326