University of Freiburg
Die Körnerzellposition beeinflusst die Faserschichtung der Fascia dentata der Maus : eine Studie an Reeler, Apolipoprotein E Receptor 2 defizienten und Very Low Density Lipoprotein Receptor defizienten Mäusen
Abstract
dc:description.abstractDie Aufklärung von Entwicklungsprozessen, die zu spezifischen Verbindungen zwischen Nervenzellen führen, ist ein fundamentales Ziel der modernen Entwicklungsneurobiologie. Für diese Untersuchungen ist die Fascia dentata der Hippokampusformation aufgrund ihrer überschaubaren Struktur und Konnektivität besonders geeignet. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde daher untersucht, welche Signale zur Entstehung spezifischer Verbindungen in der Fascia dentata beitragen. <br>Die Fascia dentata ist gekennzeichnet durch die geschichtete Termination von zwei afferenten glutamatergen Fasersystemen: Fasern aus dem entorhinalen Kortex und kommissural/assoziativen Fasern aus dem kontralateralen Hippokampus. Die entorhinalen Fasern enden in den äußeren zwei Dritteln der Molekularschicht, die kommissural/assoziativen Fasern enden im inneren Drittel. Es wird vermutet, dass diese Faserschichtung von der Anwesenheit eines spezifischen postsynaptischen Partners zur Zeit des Fasereinwachsens während der Gehirnentwicklung abhängt. Eine Hypothese vermutet, dass molekulare Signale auf Körnerzellen die Fasersysteme in ihre jeweilige Schicht lenken. Um die Rolle von Körnerzellen beim schichtenspezifischen Einwachsen der Afferenzen zu untersuchen, wurden daher die Zyto- und Faserarchitektur von drei verschieden Mausmutanten (very-low-density Lipoproteinrezeptor defizienten, Apolipoprotein E Rezeptor 2 defizienten und reeler Mäusen) mit unterschiedlich stark ausgeprägten Körnerzellverteilungsstörungen untersucht. Die afferenten Fasersysteme wurden mit dem anterograden Tracer Phaseolus vulgaris-Leukoagglutinin dargestellt. In Kontrolltieren bilden Körnerzellen eine kompakte Schicht. Diese Zellschichtung ist in vldlr -/- Mäusen leicht verändert, in apoER2 -/- Mäusen stark gestört und in rl -/- Mäusen aufgehoben. Die Veränderungen der Körnerzellanordnung spiegeln sich im Terminationsmuster kommissuraler Fasern wider. Während diese Fasern im Kontrolltier geschichtet enden, finden sie sich in den Mutanten über die Fascia dentata verteilt. Im Gegensatz hierzu enden entorhinale Fasern in allen Mutanten innerhalb der äußeren Molekularschicht. Zusammen mit früheren Befunden der Arbeitsgruppe legen diese Ergebnisse nahe, dass die Schichtung kommissural/assoziativer Fasern von molekularen Signalen auf Körnerzellen gesteuert wird, während die Schichtung entorhinaler Fasern unabhängig von der Anordnung der Körnerzellen reguliert wird.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Gebhardt, Carl Alexej Werner
- Contributors dc:contributor
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- Deller, Thomas
Subjects
dc:subject × 9Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- https://freidok.uni-freiburg.de/data/1127
- OAI identifier oai:identifier
- oai:freidok.uni-freiburg.de:1127