Abstract
dc:description.abstractDie antike Rhetorik hat in Europa die literarische Theorie und Praxis geprägt. Auch im Zeitalter der Aufklärung bleibt sie eine Bildungsmacht. Ihre grundlegende Bedeutung für die bürgerliche Literatur und ihre Theorie ist inzwischen unbestritten. Für die Untersuchung des Grazienbildes wurden Kriterien der antiken Rhetorik zugrundegelegt, denn neben inhaltlichen Fragestellungen verdienen Wielands Wirkungsintentionen besondere Aufmerksamkeit, deren Hauptziel in der Erzeugung einer eindrücklichen Rede besteht. Die Studie untersucht mit der Entwicklung des Grazienbildes bei Wieland die Rezeption der rhetorischen Theorie in der dichterischen Praxis anhand ausgewählter Texte, denn der Einfluß der Rhetorik auf die Praxis und Form seiner Texte läßt sich kaum unterschätzen. Lag der Schwerpunkt in dem Jugendwerk 'Theages' (1757) auf seelisch-sittlichen Werten, die die Göttinnen verkörperten, so entwickeln sie sich in der mittleren Phase zu Vertreterinnen der Sinnlichkeit, bevor sie sich in 'Musarion' (1768) und 'Die Grazien' (1770) für einen Ausgleich zwischen Sinnlichkeit und Vernunft, für die Idee des Maßes und der Harmonie entscheiden: Wielands 'Philosophie der Grazien' entsteht. Wieland findet in der heiteren und harmonischen Philosophie der Grazien den Ausgleich der Extreme - im Sinne des bürgerlichen Ethos. Mit 'Musarion' hat die Grazienvorstellung ihre endgültige Gestalt erlangt.
Degree
thesis:*- Level thesis:degree_level
- thesis.doctoral
- Grantor dc:publisher
- Universität Oldenburg
- Year
- 2000
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Sandstede, Jutta
Subjects
dc:subject × 1Identifiers
dc:identifier.*- Repository record source_url
- http://oops.uni-oldenburg.de/348
- OAI identifier oai:identifier
- oai:oops.uni-oldenburg.de:348