Universität Oldenburg
Der Einfluss geschlechtsspezifischen Selbstwissens auf kognitive Prozesse bei Mädchen und Jungen
Abstract
dc:description.abstractZahlreiche Studien zeigten, dass Mädchen in der Schule erfolgreicher sind als Jungen. In der vorliegenden Untersuchung wird angenommen, dass unterschiedliche Arten des Selbstwissens dabei eine Rolle spielen. Basierend auf dem Identitätsmodell von Hannover (1997) wird angenommen, dass Selbstwissensart und menschliche Informationsverarbeitung zusammenhängen. Jungen definieren ihr Selbstwissen vor allem als eine autonome, von anderen unabhängige Einheit (independente Selbstkonstruktion). Demgegenüber sehen Mädchen ihre Identität vorwiegend in der Verbundenheit mit anderen Menschen (interdependente Selbstkonstruktion). Independente Selbstkonstruktionen begünstigen einen kontextunabhängigen Verarbeitungsmodus, independente Selbstkonstruktionen erleichtern demgegenüber kontextabhängiges Denken. In der vorliegenden Arbeit werden drei experimentelle Untersuchungen vorgestellt, in denen angenommen wird, dass die Aktivierung des independenten bzw. interdependenten Selbstwissens Einfluss darauf hat, mit welchen kognitiven Prozeduren die Denkoperation „Vergleich“ durchgeführt wird. Um die Annahmen zu prüfen, wurden Mädchen und Jungen entweder zu einer „femininen“ oder aber „maskulinen“ Tätigkeit aufgefordert und im Anschluss gebeten, zwei Abbildungen miteinander zu vergleichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mädchen den Vergleich der Abbildungen häufiger mit kontextabhängigen Verarbeitungsprozeduren durchführten als die Jungen. Ebenso zeigte sich, dass Mädchen und Jungen nach der „femininen“ Tätigkeit häufiger kontextabhängige Verarbeitungsprozeduren verwendeten als die Mädchen und Jungen der Kontrollgruppe und die Mädchen und Jungen mit der „maskulinen“ Tätigkeit. Abschließend wird diskutiert, inwieweit die gefundenen Ergebnisse über den Zusammenhang zwischen geschlechtsspezifischen Selbstwissen und Kontextabhängigkeit bei kognitiven Prozeduren die Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen erklären können.
Degree
thesis:*- Level thesis:degree_level
- thesis.doctoral
- Grantor dc:publisher
- Universität Oldenburg
- Year
- 2010
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
-
- Sanders, Ulrike
Subjects
dc:subject × 1Identifiers
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- http://oops.uni-oldenburg.de/1041
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- oai:oops.uni-oldenburg.de:1041