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Georg-August-Universität Göttingen

Genetische Marker bei hausärztlichen Patienten mit oraler Antikoagulation

Abstract

dc:description

Hintergrund:Patienten mit oraler Antikoagulation mit Warfarin, die variante Allele des wirkstoffabbauenden Enzyms Cytochrom-P450-2C9 (CYP2C9) aufweisen, benötigen zur Therapie geringere Warfarindosierungen als homozygote Wildtyp-träger und haben ein erhöhtes Risiko für Blutungskomplikationen.In Deutschland ist Phenprocoumon das am häufigsten verordnete Antikoagulanz. Phenprocoumon wird ebenso wie Warfarin vom CYP2C9 metabolisiert, bindet a-ber an einem anderen Rezeptor am Enzym. In Deutschland werden Patienten mit oraler Antikoagulation von Hausärzten betreut.Fragestellung:Können variante Allele des CYP2C9 als Risikomarker für Blutungskomplikationen und einen geringeren Dosisbedarf bei einer Antikoagulation mit Phenprocoumon dienen?Methoden:In einer Querschnittstudie wurden 185 Phenprocoumonpatienten aus 12 Allgemeinarztpraxen und der kardiologischen Ambulanz der Universitätsklinik Göttingen auf variante Allele des CYP2C9 untersucht. Die Patienten und Ärzte beantworteten in einem standardisierten Dokumentationsbogen Fragen zur Indika-tion, Arzneimittelunverträglichkeit, Therapiedauer und einstellung und zu Blu-tungskomplikationen. Außerdem wurden die bisherigen INR-Daten dokumentiert, und im Rahmen einer Routinekontrolle erfolgte eine Blutabnahme zur CYP2C9-Genotypisierung.Ergebnisse:19 % der untersuchten Patienten berichteten über Blutungskompli-kationen im Zusammenhang mit ihrer Phenprocoumontherapie. Bei 26,3 % der Patienten traten variante Allele des CYP2C9 (Genotyp *1/*2: 17,9 %; Genotyp *1/*3: 7,8 % und Genotyp *2/*3: 0,6 %) auf. Ein signifikanter Zusammenhang zwi-schen varianten Allelen und einem geringeren Phenprocoumonverbrauch konnte nicht festgestellt werden. Patienten mit dem Allel *3 hatten ein 3-fach erhöhtes Risiko (OR 3,10; 95 % KI: 1,02 9,40) für Blutungskomplikationen mit einem posi-tiven Vorhersagewert von 40% bei einer Spezifität von 94 % und einer Sensitivität von 17 %.Schlussfolgerungen:Das CYP2C9*3-Allel ist ein Risikomarker für Blutungen bei Phenprocoumonpatienten. Durch ein Screening könnten Patienten mit einem von 19 % auf 40 % erhöhtem Risiko vor Beginn einer Therapie identifiziert werden. Klinische Konsequenzen (strengere Indikationskriterien einer Phenprocou-montherapie, vorsichtigere Therapieeinleitung und Einstellung des Zielbereichs, strengere Therapiekontrollregime oder Selbstkontrolle durch den Patienten) bzw. die Nutzung eines Screenings auf variante Allele des CYP2C9 müssen in weiteren Studien untersucht werden.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Hess, Stephan
Contributors dc:contributor
  • Hummers-Pradier, Eva Dr.
  • Kochen, Michael M. Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 14

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-780
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-237-2
webdoc-237
489743544
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B5B5-6

Chain of custody

source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Hess, Stephan. Genetische Marker bei hausärztlichen Patienten mit oraler Antikoagulation. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-B5B5-6