Georg-August-Universität Göttingen
Akzeptanz elektronischer Befragung zur Lebensqualität in der Hausarztpraxis
Abstract
dc:descriptionHintergrund: Die Lebensqualität von Patienten in Hausarztpraxen wurde bisher kaum systematisch erhoben. Eine bessere Nutzung elektronischer Ressourcen (PC-basierte Befragungen zur Lebensqualität; sofortige Auswertung; Integration der Auswertungsergebnisse in die elektronische Patientenakte) könnte die Berücksichtigung der Lebensqualität im klinischen Alltag erleichtern und damit fördern.Fragestellung: Wird eine elektronische Erhebung von Lebensqualität in Hausarztpraxen von Patienten, Ärzten und Praxispersonal akzeptiert? Welche Hindernisse und welche Optimierungsmöglichkeiten sehen die Beteiligten?Methode: In 14 deutschen Hausarztpraxen wurde die Pilotstudie durchgeführt. Zwei Fragebögen zur Lebensqualität (St. George s Respiratory Questionnaire und EORTC QLQ-C30) wurden den Patienten elektronisch auf Tablet-PCs ( Lebensqualitätsrecorder ) dargeboten. Durch Einbindung über ein abgesichertes Funknetz in die Praxis-EDV konnten die Ergebnisse der Lebensqualitätsmessung sofort automatisch übermittelt und als Papierausdruck bereitgestellt werden. Patienten, Praxispersonal und Hausärzte wurden zu Beginn der Studie in halbstandardisierten Telefoninterviews zur Akzeptanz dieses elektronischen Verfahrens befragt. Nach Ablauf eines Jahres erfolgte zusätzlich ein telefonisches Abschlussinterview mit den Hausärzten. Die Ergebnisse der Befragungen wurden nach qualitativen und quantitativen Methoden ausgewertet.Ergebnisse: Im Verlauf eines Jahres füllten 523 Patienten die elektronischen Fragebögen aus (1- bis 5-mal, 664 Fragebögen zur Lebensqualität gesamt). Es wurden 280 Patienten, 27 Praxismitarbeiterinnen und 17 Hausärzte interviewt. Fast alle Hausärzte (16/17 = 94%), die meisten Praxismitarbeiterinnen (19/27 = 70%) und die Mehrheit der Patienten (240/280 = 86%) gaben an, dass sie die zukünftige Nutzung der Lebensqualitätsbefragungen begrüßen würden. Als Planungsvoraussetzungen für zukünftig regelmäßige Lebensqualitätsbefragungen war den befragten Hausärzten besonders wichtig: die Gewährleistung eines ausreichenden Versorgungsangebots (Mittelwert: 9,4 ± 1,0 SD; Skala: 1-10 [= sehr gut]), die Verfügbarkeit von ausreichend Zeit (8,9 ± 1,5) sowie eine einfache Ergebnisinterpretation (8,6 ± 1,6).Schlussfolgerungen: Elektronische Patientenbefragungen lassen sich in den Alltag von Hausarztpraxen integrieren und werden von der Mehrheit der Beteiligten geschätzt. Äußere Rahmenbedingungen (z.B. Ressourcenknappheit, technische Probleme) scheinen routinemäßige Patientenbefragungen zu erschweren und sollten für die zukünftige Anwendung in der Hausarztpraxis verbessert werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Seibert, Anna Janina
- Contributors dc:contributor
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- Rogausch, Anja Dr.
- Himmel, Wolfgang Prof. Dr.
- Steinbüchel, Nicole von Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 12Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2910-3
webdoc-2910
658955950 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B1CD-3