Georg-August-Universität Göttingen
Doxycyclin bei der sporadischen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
Abstract
dc:descriptionDie sporadische Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) ist eine seltene neurodegenerative Erkrankung aus der Gruppe der Prionerkrankungen. Als zentraler pathophysiologischer Mechanismus wird die Ablagerung von pathologischem Prionprotein (PrPSc) angenommen, die zu Funktionsausfall und Zelltod im zentralen Nervensystem führt. Charakteristisch sind eine rasch progrediente Demenz, zerebelläre Ataxie, Myoklonien und der akinetische Mutismus. Bisher ist keine kausale Therapie bekannt und die Krankheit verläuft immer tödlich. Die mediane Überlebenszeit nach Symptombeginn beträgt 6 Monate. In experimentellen Studien konnte gezeigt werden, dass Tetracycline in vitro einen Anti-Prion-Effekt haben, vermutlich durch direkte Interaktion mit PrPSc. Aus Daten des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance von Transmissiblen Spongiformen Encephalopathien ist ersichtlich, dass in Deutschland mehrere Patienten mit CJK oral mit Doxycyclin behandelt wurden. In dieser Arbeit wurde ein retrospektiver Vergleich zwischen mit Doxycyclin-behandelten-Patienten und unbehandelten Patienten mit CJK vorgenommen. Das behandelte Patientenkollektiv wurde hinsichtlich der bekannten Einflussfaktoren der Überlebenszeit und des klinischen Verlaufs charakterisiert und mit einem diesbezüglich angepassten Kontrollkollektiv verglichen. Dabei wurden neben der Überlebenszeit auch definierte klinische Ereignisse als ein Parameter der klinischen Krankheitsprogression verglichen. Die Ergebnisse zeigen eine statistisch signifikant längere Überlebenszeit um den Faktor 1,78 und ein signifikant späteres Erreichen der definierten klinischen Ereignisse in dem behandelten Kollektiv. Daraus lässt sich folgern, dass die Patienten in dem mit Doxycyclin behandelten Kollektiv insgesamt länger gelebt haben und einen langsameren Krankheitsverlauf aufwiesen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Doxyclin die sporadische CJK zwar nicht auf halten oder heilen kann, aber möglicherweise in der Lage ist das weit ere Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Diese könnten als Ausgangspunkt für die Entwicklung von neuen Substanzen auf der Basis von Tetracyclinen dienen, die über einen betonteren Anti-Prion-Effekt verfügen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Fincke, Fabian
- Contributors dc:contributor
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- Zerr, Inga Prof. Dr.
- Schneider, Anja PD Dr.
Subjects
dc:subject × 15Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-972
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2905-6
webdoc-2905
662648188 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B1C9-B