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Georg-August-Universität Göttingen

Vergleichende MR-volumetrische Untersuchung des dorsolateralen präfrontalen Kortex bei Schizophrenie, Bipolarer Störung, Zwangserkrankung und gesunden Kontrollpersonen

Abstract

dc:description

Dem dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) wird, als Teil des Präfrontalkortex, die Lokalisation des Arbeitsgedächtnisses zugeschrieben. Bei schizophrenen Patienten konnten in neuropsychologischen Studien regelmäßig Defizite bei Tests festgestellt werden, die sogenannte exekutive Funktionen erfassen. Dem Arbeitsgedächtnis als Vermittler exekutiver Funktionen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Dieses System ist zuständig für die vorübergehende Speicherung und gleichzeitige Verarbeitung von Informationen und ist bei Schizophrenen besonders häufig beeinträchtigt. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der volumetrischen Untersuchung des DLPFC auf MRT-Aufnahmen. Untersucht wurden verschiedene Krankheitsbilder. Das Patientenkollektiv bestand aus 35 schizophren Ersterkrankten, 39 bipolar Erkrankten, 27 Zwangspatienten und 37 Kontrollen. Fragestellung der Arbeit war, ob ein Unterschied (Verminderung) der Volumina des DLPFC bei Schizophrenie im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe besteht. Des Weiteren beschäftigte uns die Frage, ob ein eventueller Unterschied (Reduktion) diagnosespezifisch ist. Hierzu wurde der Vergleich zu einer Gruppe von Bipolaren Patienten und Zwangspatienten herangezogen. Gemessen wurde die graue Substanz des DLPFC beider Hirnhälften in den zuvor festgelegten Grenzen. Die Volumetrie erfolgte mit dem Programm MRICroN (Chris Rorden) auf T1-gewichteten MR-Aufnahmen (1,5 Tesla, 1cmm Voxel) nach der Volume-of-Interest-Methode mit manuellem Tracing. Die Wiederholungsmessungen an 10 Probanden erbrachten sehr gute Retest- und Interrater-Reliabilitäten mit einer Intraclass-Korrelation von über 0,95. Bei der statistischen Auswertung ergab sich ein signifikant vergrößertes Volumen der grauen Substanz des DLPFC relativ zur grauen Substanz des PFC bei den schizophrenen Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollen. Die Bipolaren und Zwangspatienten zeigten keine signifikanten Volumenunterschiede zu den gesunden Kontrollen. Die in der Literatur beschriebene Volumenminderung des Präfrontalkortex sowie des DLPFC bei an Schizophrenie Erkrankten ließ sich somit an unserem Sample mit der von uns verwendeten manuellen Methode nicht replizieren. Verantwortlich hierfür könnten zum einen Charakteristika unserer Stichproben sein, zum anderen die hier verwendete manuelle Messmethode. Möglicherweise lässt sich eine Verminderung des Volumens des DLPFC erst nach mehrjähriger Krankheit darstellen und noch nicht bei der Gruppe der ersterkrankten schizophrenen Patienten. Ebenso ursächlich für das gefundene erhöhte DLPFC-Volumen bei den Schizophreniekranken könnte eine Stauchung des Präfrontalhirns und damit eine Formveränderung mit konsekutiver Volumenminderung anderer, mehr anterior gelegener Präfrontalregionen sein.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Kremer, Kristina
Contributors dc:contributor
  • Wobrock, Thomas PD Dr.
  • Dechent, Peter PD Dr.
  • Schmidt, Jens PD Dr.

Subjects

dc:subject × 20

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-961
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2866-4
webdoc-2866
660753669
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B1BF-3

Chain of custody

source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Kremer, Kristina. Vergleichende MR-volumetrische Untersuchung des dorsolateralen präfrontalen Kortex bei Schizophrenie, Bipolarer Störung, Zwangserkrankung und gesunden Kontrollpersonen. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-B1BF-3