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Georg-August-Universität Göttingen

Untersuchungen zu den Beziehungen von Kognition und klinischer Symptomatik zu sozialem Funktionsniveau innerhalb einer großen Schizophrenie-Stichprobe

Abstract

dc:description

Hintergrund: Kognitive Beeinträchtigung wird als Kernsymptom der Schizophrenien betrachtet. Sie ist ubiquitär, stabil und hat verheerende Auswirkungen auf den Krankheitsausgang, nicht zuletzt auf die Teilnahme am normalen gesellschaftlichen Leben. Kleinere Studien berichteten überwiegend, dass schlechte kognitive Leistung und starke Negativsymptomatik die Hauptgründe für niedriges soziales Funktionsniveau sind. Daten zur Rolle der Positivsymptomatik und anderer klinischer Parameter, die einer Behandlung zugänglich wären, sind widersprüchlich. Die Rolle eines möglichen Verlusts geistiger Leistungsfähigkeit durch die Krankheit ist hinsichtlich ihrer Beziehung zu sozialem Funktionsniveau kaum untersucht. Methodik: Erstmals sollen anhand einer großen Stichprobe (GRAS-Querschnittserhebung) von 1085 schizophrenen Patienten die Beziehungen von Kognition und klinischer Symptomatik zu sozialem Funktionsniveau untersucht werden. Zum Einsatz kamen eine ausführliche neuropsychologische Testung, standardisierte Interviews, klinische Ratings und Aktenauswertungen. Ein Wert für vermuteten kognitiven Abbau wurde mittels der Differenz aus prämorbider Intelligenz (MWT-B) und einem kognitiven Composite Score gebildet. Der Einfluss behandelbarer, klinischer Parameter auf soziales Funktionsniveau wurde in einer kognitiv leistungsfähigen Subgruppe untersucht, da bei dieser die soziale Beeinträchtigung wahrscheinlich nicht durch kognitive Defizite bedingt ist. Rangkorrelationen und logistische Regressionen sind die genutzten statistischen Methoden. Die Analysen lieferten folgende Ergebnisse: 1. Das soziale Funktionsniveau in der Stichprobe ist schlecht: Es leben nur 8% der Patienten von eigener Arbeit, 29% leben in Heimen. 2. Die aktuelle kognitive Leistung korreliert hochsignifikant mit einer Vielzahl soziodemographischer Daten. 3. Hoher kognitiver Abbau korreliert negativ mit vielen Variablen des sozialen Funktionsniveaus, insbesondere feste Partnerschaften kommen bei starkem kognitiven Abbau seltener vor. 4. Auch die kognitiv leistungsfähige Subgruppe hat ein soziales Funktionsniveau, das deutlich unter dem Gesunder liegt. Niedriger Berufsabschluss, psychotische Symptome, Angst und Depressivität sowie eine lange Dauer der unbehandelten Psychose sind hier Parameter, die mit schlechtem sozialen Funktionsniveau einhergehen. Sie alle sind potentiell einer Behandlung zugänglich. Schlussfolgerung: Um die Kausalität der gefundenen Korrelationen zu ergründen, sind Langzeitstudien notwendig. Die Suche nach Therapien der kognitiven Defizite ist essentiell, doch auch berufliche Rehabilitationsmaßnahmen, Psychose-Früherkennung und optimierte Therapie der Psychopathologie könnten die Lage der Betroffenen verbessern und langfristig die ökonomische Belastung der Solidargemeinschaft reduzieren.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Leppert, Richard
Contributors dc:contributor
  • Ehrenreich, Hannelore Prof. Dr. Dr.
  • Leibing, Eric Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 12

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-953
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2848-5
webdoc-2848
657923966
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B1B7-4

Chain of custody

source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Leppert, Richard. Untersuchungen zu den Beziehungen von Kognition und klinischer Symptomatik zu sozialem Funktionsniveau innerhalb einer großen Schizophrenie-Stichprobe. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-B1B7-4