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Georg-August-Universität Göttingen

Oberschenkelfraktur beim Polytrauma

Abstract

dc:description

Einleitung:In einer retrospektiven Studie wurden konsekutiv registrierte Schockraumpatienten aus dem Zeitraum September 1994 bis Dezember 2000 der Universitätsmedizin Göttingen, die eine polytraumatische Verletzungsschwere mit einem ISS ³ 16 Punkten sowie eine Femurfraktur aufwiesen, erfasst und hinsichtlich einer sehr frühzeitigen (innerhalb der ersten 6 Stunden) sowie einer zeitlich verzögerten operativen Versorgung der Femurfraktur untersucht. Hierbei wurden sowohl klinische Parameter aus dem stationären Aufenthalt wie auch Daten einer klinischen Nachuntersuchung und Befragung der Patienten analysiert. Die Studie zeigte unter anderem auch die verschiedenen Ansätze zur Versorgung der Femurfraktur beim Polytrauma nach ETC- und DC-Konzept.Methodik:In der hier vorliegenden retrospektiven Studie wurden 91 Polytraumapatienten mit Femurfraktur, die im o.g. Zeitraum über den Schockraum der Universitätsmedizin Göttingen aufgenommen wurden, analysiert. 52 Patienten konnten nach Zeitpunkt der primären operativen Versorgung der Femurfraktur in die Gruppe 1 eingeteilt werden und 39 Patienten, die nach Ablauf der ersten 6 Stunden nach Aufnahme im Schockraum primär operativ im Bereich der Femurfraktur versorgt wurden, in Gruppe 2 eingestuft werden. Diese beiden Gruppen wurden nun anhand der aus den Akten ermittelten klinischen Parameter, einem von der Untersucherin selbst konzipierten Fragebogen sowie der standardisierten klinischen Nachtuntersuchung verglichen und statistisch mit Hilfe des Statistik-Programms Statistica 6.0 ausgewertet. Als statistische Tests zum Vergleich der beiden Gruppen wurden der Wilcoxon-Mann-Whitney-Test und der Chi-Quadrat-Test genutzt, das Signifikanzniveau lag bei p=0,05. Außerdem wurden der Mittelwert, Minimum, Maximum sowie die Standardabweichung berechnet.Ergebnisse:Hinsichtlich der Jahresverteilung fand sich mit p=0,032 eine erhöhte Patientenanzahl der Gruppe 1 im Jahre 1995 sowie der Gruppe 2 im Jahre 1998. Mit p=0,002 erfolgte bei 90,38% der Patienten der Gruppe 1 die Primäraufnahme nach dem Trauma in der Universitätsmedizin Göttingen, während es in Gruppe 2 nur 62,16% waren. Bei der Auswertung der Unfallursachen zeigte sich mit p=0,018 ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden zu untersuchenden Gruppen, in Gruppe 1 war der Anteil der Motorradunfälle deutlich höher als in Gruppe 2. Entsprechend dem Damage Control-Konzept wurden in Gruppe 1 37,93% und in Gruppe 2 9,3% primär mit einem Fixateur extern versorgt. Es zeigten sich hierbei, wie auch in der Studie von MOMMSEN et al. (2009), signifikante Unterschiede für ISS, Intensivaufenthaltsdauer und Beatmungsdauer bei Vergleich zwischen den Patienten, die nach DCO und denjenigen, welche nach ETC versorgt wurden. Die primär mit Fixateur extern versorgten Patienten zeigten einen höheren ISS, eine verlängerte Intensivaufenthaltsdauer sowie verlängerte Beatmungsdauer. 40,38% der Patienten der Gruppe 1 erlitten im stationären Verlauf Komplikationen, hier fanden sich vor allem pulmonale Komplikationen, im Vergleich traten in Gruppe 2 in 38,46% der Fälle Komplikationen auf, hier fanden sich vor allem Infektionen sowie Multiorganversagen (p=0,038). In der Befragung der Patienten zeigte sich ein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Möglichkeiten, die bisherigen sportlichen Aktivitäten auch nach dem Trauma fortzusetzen. In Gruppe 1 konnten dies noch 37,9% der Patienten und in Gruppe 2 nur 13% (p=0,041). Mit p=0,01 zeigte sich ein höherer Bodymassindex in Gruppe 2 mit 27,16±3,82 als in Gruppe 1 mit 23,67 ±3,22. Bei der Analyse weiterer klinischer Parameter wie auch des Outcomes zeigten sich zwischen den beiden Gruppen keine weiteren signifikanten Unterschiede.Schlussfolgerung:Das Outcome in Anlehnung an den Neer-Score (NEER et al. 1967) war mit 60,45 Punkten in Gruppe 1 etwas besser als mit 56,05 Punkten in Gruppe 2, eine Signifikanz konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Folglich konnte kein direkter Zusammenhang zwischen den Spätergebnissen und der frühzeitigen bzw. verzögerten Primärversorgung der Femurfraktur nachgewiesen werden. Auch im Vergleich mit den Studien von MAIER et al. (2005) und SCHMIDTMANN et al. (1997) zeigt sich ein etwas schlechteres Abschneiden der im Rahmen dieser Arbeit untersuchten Gruppen. Hierbei ist die Ursache sicherlich darin zu sehen, dass bei Polytraumapatienten auch die zusätzlichen Verletzungen einen Einfluss auf die zeitliche Versorgung der Fraktur nach ausreichender vitaler Stabilisierung der Patienten im Schockraum und auf der Intensivstation auf die Spätergebnisse haben. Dementsprechend kann es kein rigides Konzept für den Zeitrahmen der Operation und auch für die Wahl der angewandten Osteosynthese-Verfahrengeben, sondern es muss jeweils im Einzelfall unter der Berücksichtigung der Begleitverletzungen und der vitalen Indikation entschieden werden.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Böhmert, Alexandra
Contributors dc:contributor
  • Dresing, Klaus Prof. Dr.
  • Klinger, Hans-Michael PD Dr.

Subjects

dc:subject × 9

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-877
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2678-0
webdoc-2678
641324030
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-B122-3

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Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Böhmert, Alexandra. Oberschenkelfraktur beim Polytrauma. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-B122-3