Abstract
dc:descriptionDie Dissertation beschäftigt sich mit der Realismusdebatte in der Wissenschaftsphilosophie. Es wird untersucht, welche Thesen konstitutiv für einen intuitiv plausiblen wissenschaftlichen Realismus sind und wie eine solche realistische Position argumentativ begründet werden kann.Die in der Realismusdebatte diskutierten Thesen werden klassifiziert als ontologische, semantische, epistemische oder axiologische realistische Thesen, die alle die realistische Intuition artikulieren, daß die Welt einerseits unabhängig von menschlichem Geist und menschlicher Erkenntnis ist, daß Menschen aber andererseits dennoch (zumindest in Teilbereichen) Wissen über die Welt haben können und tatsächlich haben. Es wird gezeigt, daß ontologische realistische Thesen das Herzstück einer realistischen Position bilden.Die in der Realismusdebatte vorgetragenen Argumente werden klassifiziert als Präsuppositionsargumente, Kontinuitätsargumente oder Varianten des Wunderarguments. Die Analyse dieser Argumente ergibt, daß ihnen zwar in einer Diskussion mit sehr konsequenten, reflektierten Antirealisten keine Überzeugungskraft zukommt, daß sich jedoch epistemische Kontinuitätsargumente und einige Varianten des Wunderarguments eignen, um "weniger konsequente" Antirealisten von realistischen Thesen zu überzeugen, sowie Personen, die noch keinen systematisch artikulierten Standpunkt in der Realismusdebatte eingenommen haben.Diese Grenzen der Reichweite der untersuchten Argumente für wissenschaftlichen Realismus erweisen sich als generelle Grenzen der Reichweite von Argumenten, d.h. als Grenzen, auf die man nicht nur bei Argumenten für wissenschaftlichen Realismus stößt und auf die man auch dann stößt, wenn man für die jeweils strittigen Thesen gute Rechtfertigungsgründe hat.Ergebnis dieser Untersuchung ist, daß eine plausibler wissenschaftlicher Realismus eine moderate, selektive realistische Position sein sollte, d.h. eine, die ontologische realistische Thesen nicht in Bezug auf alle in den Wissenschaften etablierten Theorien, Gesetze, Entitäten etc. einschließt, sondern nur in Bezug auf diejenigen Gesetze, Entitäten etc., für die hinreichend gute epistemische Rechtfertigungsgründe vorliegen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Tschepke, Frank
- Contributors dc:contributor
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- Mühlhölzer, Felix Prof. Dr.
- Majer, Ulrich Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 19- 100 Philosophie
- Philosophy
- wissenschaftlicher Realismus
- Realismusdebatte
- selektiver Realismus
- Präsuppositionsargumente
- Kontinuitätsargumente
- Wunderargument
- scientific realism
- debate on scientific realism
- selective realism
- presuppositional arguments
- continuity arguments
- miracle argument
- 30.02
- 08.31
- 08.32
- 08.34
- DO 000: Wissenschaftstheorie {Systematische Philosophie}
Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
-
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-53
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1372-5
webdoc-1372
529612356 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AFB0-3