Georg-August-Universität Göttingen
Validierung eines Computerprogramms zur Simulation des intraoperativen Temperaturverlaufs und zur Vorhersage des Auftretens von perioperativer Hypothermie
Abstract
dc:descriptionDas Auftreten perioperativer Hypothermien im Rahmen von operativen Eingriffen stellt eine der häufigsten Nebenwirkungen von Narkose und Eingriff dar. Der Einsatz und die Indikationsstellung zur Anwendung wärmeprotektiver Maßnahmen erfolgt bislang aufgrund der Erfahrungswerte des Personals, vor allem in der Anästhesie. Diese Studie setzte sich zum Ziel, das von der Firma Dräger (Lübeck, Deutschland) programmierte Vorhersageprogramm "ThermoSim" als Prognosetool zur Vorhersage von perioperativen Hypothermien zu validieren. Dies geschah mit Hilfe dreier vorliegender Studien zum Thema Wärmemanagement bei großen urologischen Baucheingriffen sowie einer Befragung von zwei verschiedenen Arztgruppen in der Universitätsmedizin Göttingen. Die Patienten der drei Studien wurden in zwei Kohorten aufgeteilt: Bei der ersten Patientenkohorte (n = 36) lagen alle notwendigen Variablen, die von ThermoSim zur Vorhersage benötigt wurden, vor. Die zweite Patientenkohorte ( n = 40) enthielt nicht alle notwendigen Parameter. Die erhobenen Daten wurden mit Hilfe von Bland-Altman-Diagrammen sowie Kontingenztafeln zu den Zeitpunkten Hautschnitt und 120 min nach Hautschnitt statistisch aufbereitet. Die Auswertung der Patientenkohorte A zeigte eine niedrige durchschnittliche, systemische Unterschätzung der Körperkerntemperatur zu beiden Zeitpunkten, jedoch ließ sich eine breite Streuung der individuellen Kerntemperaturverläufe der Patienten bei oftmals deutlicher Über- bzw. Unterschätzung der Körperkerntemperaturen darstellen. Bei Patientenkohorte B stellte sich eine Vergrößerung der systemischen Unterschätzung der Körperkerntemperatur bei gleichzeitiger Zunahme der Streuung dar, was sich auf die Eingabe gemittelter Durchschnittswerte statt der exakten patientenbezogenen Daten zurückführen ließ. Diese Kohorte zeigte ebenfalls klinisch relevante Abweichungen der prognostizierten Körperkerntemperaturen. Im Vergleich der computergestützten Simulation der Werte durch ThermoSim mit der Arztbefragung zeigte sich bei beiden Kohorten eine deutli che Überlegenheit von ThermoSim in Sensitivität und negativ prädiktivem Wert gegenüber beiden Arztgruppen, sowie eine deutliche Unterlegenheit bezüglich Spezifität und positiv prädiktivem Wert. Somit konnte ThermoSim im Vergleich zu beiden Arztgruppen die meisten Patienten, die eine perioperative Hypothermie entwickelten, erkennen und einer Therapie zuführen. Bezüglich der ökonomischen Aspekte (unnötiger Einsatz von wärmeprotektiven Verfahren durch falsche Prognose) ist ThermoSim beiden Arztgruppen deutlich unterlegen.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Gassner, Sebastian Gerhard
- Contributors dc:contributor
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- Bräuer, Anselm PD Dr.
- Heuser, Markus PD Dr.
Subjects
dc:subject × 14Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-790
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-2438-7
webdoc-2438
628582110 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF8C-8