Georg-August-Universität Göttingen
Pharmakogenetische Untersuchungen beim Hausarzt aus Sicht von Patienten
Abstract
dc:descriptionHintergrund und Ziel: Pharmakogenetische Untersuchungen könnten zukünftig bereits vor der Einnahme eines Medikaments Hinweise zu dessen Wirksamkeit, Nebenwirkungen und benötigter Dosierung geben. Ziel der Studie war die Untersuchung der Hoffnungen, Sorgen und Erwartungen, die Patienten pharmakogenetischen Tests entgegenbringen.Methode: 328 Patienten mit Asthma bronchiale oder COPD, die an einer übergreifenden Studie mit genetischer Fragestellung teilnahmen, wurden zur Teilnahme an einem telefonischen Interview eingeladen. Teilnahmebereite Patienten erhielten zuvor ein standardisiertes Informationsblatt mit einer Beschreibung pharmakogenetischer Tests.Ergebnisse: 196 Patienten (60 %) erklärten sich zur Teilnahme bereit und wurden telefonisch befragt. Die Mehrheit (95,9 %) der Befragten würde der Durchführung eines pharmakogenetischen Tests (zur Anpassung der Medikation bei Asthma bronchiale) zustimmen. Über ihre genetische Veranlagung Bescheid zu wissen, sahen 94,4 % als Vorteil an. Als erster Ansprechpartner wünschten sich 78,1 % der Befragten den Hausarzt. Von der Verwendung pharmakogenetischer Tests erhofften sich die Patienten v. a. die Vermeidung falscher Medikamente bzw. falscher Dosierung, das optimale Medikament bzw. die optimale Dosis zu finden und Medikamente mit den wenigsten Nebenwirkungen zu erhalten. Sorgen bereitete den Patienten vor allem die Möglichkeit, das Testergebnis könnte an unbefugte Personen gelangen, sowie ein eventuelles ungünstiges Testergebnis, d. h., dass kein passendes Medikament gefunden würde oder Nebenwirkungen zu erwarten wären. In diesem Fall würden 56,6 % der Studienteilnehmer das Medikament dennoch - also entgegen dem Testergebnis - einnehmen wollen. Weibliche Patienten standen pharmakogenetischen Tests häufiger ängstlich gegenüber (Odds Ratio [OR]: 2,85; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 1,58 5,12). Jüngere Patienten waren häufiger optimistisch bezüglich pharmakogenetischer Tests (OR: 2,12; 95%-KI: 1,01 - 4,46).Schlussfolgerung: Unsere Studie zeigt eine äußerst positive und aufgeschlossene Einstellung der befragten Patienten gegenüber pharmakogenetischen Untersuchungen. Dieser grundsätzlich positiven Grundeinstellung steht gleichzeitig Skepsis bei einem ungünstigen Testergebnis gegenüber: Viele Patienten würden ein Medikament entgegen der Testempfehlung ausprobieren. Dies zeigt, dass Aufklärungsgespräche und die Nutzung pharmakogenetischer Daten Hausärzte vor neue Herausforderungen stellen werden. Ist die Einstellung von Patienten bezüglich pharmakogenetischer Tests bekannt, kann vor ihrer Anwendung optimal auf Hoffnungen, Sorgen und Erwartungen eingegangen werden.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Prause, Daniela
- Contributors dc:contributor
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- Himmel, Wolfgang Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 12Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-728
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1952-2
webdoc-1952
615291104 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF50-A