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Georg-August-Universität Göttingen

Der Einfluss von Ziprasidon auf den Schlaf und die Kortisolexkretion

Abstract

dc:description

Ziel der vorliegenden Arbeit war die Untersuchung des Einflusses von Ziprasidon auf den Schlaf und die Kortisolausscheidung bei gesunden Probanden unter einer ungestörten Bedingung und im Rahmen eines Insomnie-Modells. Die Probanden hielten sich hierzu zweimal für zwei aufeinander folgende Tage im Abstand von fünf Tagen im Schlaflabor auf. An den zwei aufeinander folgenden Abenden nahmen sie in randomisierter Reihenfolge jeweils 40 mg Ziprasidon oder Plazebo ein. Die Medikamentengabe erfolgte doppel-blind. Um Schlafstörungen und Erhöhungen des Kortisolspiegels experimentell zu provozieren, wurden die Probanden in jeder zweiten Untersuchungsnacht akustischen Reizen ausgesetzt. In den vier Untersuchungsnächten erfolgte die polysomnographische Ableitung des Schlafs. Zur Erfassung des subjektiven Schlafempfindens füllten die Probanden standardisierte Schlaffragebögen aus. Ferner wurde der Urin in einer Abend-, Nacht- und Morgenportion fraktioniert gesammelt, um die Kortisolausscheidung zu bestimmen. Die akustische Störung des Schlafs führte zu einer Verminderung der Schlafkontinuität, zu einer Abnahme des Tiefschlaf-Anteils und zu einem Anstieg der Kortisolexkretion. Auf diese Weise konnte ein Insomnie-Modell etabliert werden, das die Schlafstörungen und die Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, wie sie bei schizophrenen Patienten vorkommen, simuliert.Ziprasidon beeinflusste den Schlaf sowohl unter Ruhebedingungen als auch im Rahmen des Insomnie-Modells signifikant. Am ausgeprägtesten wurde der REM-Schlaf unterdrückt. Dies spiegelte sich in einer deutlichen Verminderung des REM-Anteils und der REM-Dichte sowie einer ungefähr verdoppelten REM-Latenz wider. Darüber hinaus erhöhte sich unter Ziprasidon der Tiefschlaf-Anteil. Die Schlafkontinuität nahm zu, was sich in einem Anstieg der Gesamtschlafzeit und Schlafeffizienz sowie in einer Verminderung der Anzahl von Aufwachvorgängen ausdrückte. Auch die per Fragebogen ermittelte subjektive Schlafeinschätzung spiegelte die schlafkonsolidierende Wirkung wider. Die Kortisolexkretion wurde von Ziprasidon sowohl unter Ruhebedingungen als auch unter akustischem Stress signifikant unterdrückt.Anhand dieser Studie liegen jetzt erstmalig Daten vor, die darauf hinweisen, dass Ziprasidon die bei der Schizophrenie gestörten Schlafparameter normalisieren kann. Ferner belegt diese Arbeit, dass Ziprasidon einen senkenden Einfluss auf die Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse ausübt. Da ein Zusammenhang zwischen dem gestörtem Schlaf, einer erhöhten Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse und der Krankheitssymptomatik schizophrener Patienten besteht, wird die Symptomatik möglicherweise durch Ziprasidon in positiver Weise beeinflusst.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Neumann, Anna-Catharina Hilda
Contributors dc:contributor
  • Cohrs, Stefan PD Dr.
  • Liebetanz, David PD Dr.

Subjects

dc:subject × 28

Rights

dc:rights
Language dc:language
ger

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-699
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1516-5
webdoc-1516
588957119
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF34-A

Chain of custody

source
Harvested from
Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Neumann, Anna-Catharina Hilda. Der Einfluss von Ziprasidon auf den Schlaf und die Kortisolexkretion. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AF34-A