Georg-August-Universität Göttingen
Leitlinienadhärenz hausärztlicher Pharmakotherapie der chronischen Herzinsuffizienz
Abstract
dc:descriptionAusgangspunkt: Die medikamentöse Versorgung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz durch den Hausarzt ist nicht zufriedenstellend. Als Gründe werden unter anderem Unsicherheiten bezüglich der Sicherung der Diagnose sowie der Einleitung einer spezifischen Therapie genannt. Die vorliegende Untersuchung sollte klären, ob die hausärztliche Versorgung durch Diagnosesicherung und Therapieempfehlung aus der Klinik dauerhaft verbessert werden kann.Methode: Hausärztlich betreute Patienten mit Herzinsuffizienz wurden hinsichtlich ihrer krankheitsspezifischen Medikation im Verlauf eines Jahres untersucht. Dabei wurden die Patienten der poststationären Gruppe initial mit gesicherter Diagnose und Therapieempfehlung aus einer Universitätsklinik entlassen, während die Patienten der Kontrollgruppe ausschließlich durch den Hausarzt betreut wurden. Als Datenquelle dienten die Entlassungsbriefe bzw. die hausärztliche Routinedokumentation. Zudem wurden Telefoninterviews durchgeführt und Fragebögen versendet.Ergebnisse: In beiden Gruppen nahmen jeweils 88 Patienten zum ersten Untersuchungszeitpunkt an der Studie teil. Zur Zwölf-Monats-Follow-Up-Erhebnung lagen die Daten von 73 Patienten (poststationäre Gruppe) bzw. 86 Patienten (Kontrollgruppe) vor. Zum Zeitpunkt der Entlassung aus der Klinik nahmen signifikant mehr Patienten der poststationären Gruppe ACE-Hemmer (75% vs. 58%; Sχ2=6,474, p=0,011), Beta-Blocker (89% vs. 50%; Sχ2=28,800, p<0,001) und Diuretika (90% vs. 68%; Sχ2=6,129, p<0,001) ein als Patienten der Kontrollgruppe. Nach Ablauf eines Jahres konnten bei konstanten Verschreibungszahlen in der Kontrollgruppe weiterhin signifikante Unterschiede zugunsten der poststationären Gruppe für Beta-Blocker (77% vs. 52%; Sχ2=10,134, p=0,001) und Diuretika (86% vs. 63%; Sχ2=6,244, p=0,002) festgestellt werden. Für ACE-Hemmer konnte dieser Unterschied nach einem Jahr nicht mehr nachgewiesen werden (poststationäre Gruppe: 59% vs. Kontrollgruppe: 62%; Sχ2=0,122, p=0,726). Auch bei der Beachtung der Verschreibung entweder eines ACE-Hemmers oder alternativ eines AT1-Blockers waren die Unterschiede zwischen den Gruppen nach einem Jahr nicht mehr nachweisbar (poststationäre Gruppe: 75% vs. Kontrollgruppe: 74%; Sχ2=0,018, p=0,894). In 53% der Fälle von abgesetzten ACE-Hemmern bestanden keine plausiblen Gründe. Insgesamt wurden die prognoseverbessernden Medikamente nur in ungenügendem Maße im Bereich der empfohlenen Zieldosen verordnet. Eine Steigerung der Dosen im Verlauf der poststationären Weiterbetreuung fand nicht statt; eher konnte eine Dosisreduktion beobachtet werden. Eine Hochdosistherapie mit Beta-Blockern erfolgte in je 21% der Fälle bei Entlassung und nach einem Jahr, ACE-Hemmer wurden zu 51% bzw. nur noch zu 37% nach einem Jahr hochdosiert verordnet.Schlussfolgerung: Durch Diagnosesicherung und Therapieempfehlungen lassen sich dauerhaft höhere Verschreibungsraten von prognose- und symptombessernden Medikamenten in der hausärztlichen Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz erzielen. Lediglich die Therapie mit ACE-Hemmern stellt eine Ausnahme dar. Gründe hierfür müssen weitergehende Studien klären.
Author and committee
dc:creator, dc:contributor.*- Author dc:creator
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- Pfeil, Christian
- Contributors dc:contributor
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- Koschack, Janka Dr.
- Kochen, Michael M. Prof. Dr.
Subjects
dc:subject × 12Rights
dc:rights- Language dc:language
- ger
Identifiers
dc:identifier.*- Identifier
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https://dx.doi.org/10.53846/goediss-688
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-1334-4
webdoc-1334
573780269 - OAI identifier oai:identifier
- oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AF29-4