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Georg-August-Universität Göttingen

Structure and diversity of cloud forest bird communities in Alta Verapaz, Guatemala, and implications for conservation.

Abstract

dc:description

In einem natürlichem und naturnahem Eichen-Kiefern-Bergnebelwald auf einer 102 ha großen Untersuchungsfläche in der Sierra Yalijux, Alta Verapaz, Guatemala (90° 03 W, 15° 22 N, 1980 2550 m) wurde die Vogelgemeinschaft mit standardisierten Fang-Wiederfang- und Transektzählmethoden erfasst.Das Untersuchungsareal besteht aus zwei Bereichen, die zu gleichen Flächenanteilen Naturwald (primär) und jungen Sekundärwald (ca. 5 Jahre alt, hervorgegangen aus slash-and-burn-Subsistenzwirtschaft) einschließt. Der Schwerpunkt der Untersuchung wurde auf die Unterschiede zwischen beiden Habitattypen gesetzt, um zu analysieren, ob Sekundärvegetation in tropischen Landschaften geeignet ist, ein vergleichbares Maß an Diversität zu bewahren, wie es im Naturwald vorgefunden wird. Hierzu wurden Artenreichtum, Evenness, Körpermassenverteilung, Wiederfangraten, Territorialität, Nahrungsgildenstruktur und Abundanzen von Spezialisten und Endemiten statistisch analysiert und beurteilt. Während Diversität und Artenreichtum im Naturwald geringer sind als im jungen Sekundärwuchs, sind Evenness, Körpermassenverteilung, Wiederfangraten, Territorialität, Abundanzen von Spezialisten und Endemiten im Naturwald höher. Die Nahrungsgildenstruktur ist in beiden Habitaten signifikant verschieden, d. h. insektivore Vogelarten sind sowohl in bezug auf Artenzahl als auch Diversität im Naturwald häufiger als im Sekundärwuchs. Demgegenüber sind Granivore in Bezug auf die selben Parameter im Sekundärwuchs stärker vertreten. Dies verdeutlicht, das durch menschlichen Einfluss das Nahrungsangebot für Vögel in den zwei untersuchten Habitattypen verändert wurde und mehr granivore Generalisten in Sekundärhabitaten vorhanden sind, als im Vergleich zum Naturwald, der mehr insektivore Spezialisten aufweist.Obwohl der Artenreichtum (insgesamt 99 beobachtete Arten in der Gesamtuntersuchungsfläche von 102 ha) in der anteiligen Sekundärvegetation des Untersuchungsareals (63 Arten) vergleichsweise höher ist als im Naturwald (56) ist dies aufgrund der weiteren gemessenen und beurteilten Parameter (s. o.) als negativ im Sinne des Naturschutzes zu bewerten, da in gestörten Habitaten der Artenreichtum in der Regel zunimmt. Die Körpermasse der Vögel ist sowohl auf Individuen- als auch auf Gesamtvogel-Biomassenniveau im Naturwald höher als im jungen Sekundärwuchs was auf die bessere Nahrungssituation im Naturwald zurückgeführt wird. Des Weiteren sind die Wiederfangraten und Abundanzen der Arten im Naturwald vergleichsweise höher als im Sekundärwuchs (538 Individuen im jungen Sekundärwuchs und 955 im Naturwald, jeweils in Bezug auf 50 % der Gesamtuntersuchungsfläche), und somit sind mehr Territorien im Naturwald vorhanden.Aufgrund der untersuchten Parameter wird deutlich, das junger Sekundärwuchs nicht dazu geeignet ist, langfristig weitgehend naturnahe Strukturen der Vogelgemeinschaft zu erhalten.Aufbauend auf die Daten der gesamten Vogelgemeinschaft wurde insbesondere die Situation in Bezug auf die Überlebensfähigkeit von Spezialisten und Endemiten genauer untersucht. Zentralamerikanische Hochland-Endemiten sind besonders im Naturwald anzutreffen und reproduzieren sich zumeist ausschließlich in diesem Habitattyp. So wird z. B. der Quetzal (Pharomachrus mocinno) mit der kompletten Zerstörung des Naturwaldes nach einer Relaxationsphase in der Region aussterben, da er ausschließlich in den charakteristischen Totholzbaumstümpfen brütet, die ausschließlich im Naturwald entstehen werden können. Des Weiteren ist für Endemiten des Zentralamerikanischen Hochlandes (insgesamt 21 Arten der Endemic Bird Area # 018, nach Stattersfield et al. 1998) das Arten-Areal-Gleichgewicht noch nicht erreicht und selbst bei konstantem Naturwaldbestand werden noch zehn der 13 beobachteten Endemiten im Untersuchungsgebiet aussterben.Im Vergleich zu anderen Untersuchungsarealen im Tiefland von Panamá (Robinson et al. 2000) oder dem Amazonasbecken (Ost-Perú; Terborgh et al. 1990) weist das 2500 m hoch gelegene Untersuchungsgebiet in Chelemhá deutliche Unterschiede auf: Der Artenreichtum ist geringer und gleicht anderen Hochland-Avifaunen wie z. B. in Ecuador über 3000 m (Poulson & Krabbe 1997) oder denen gemäßigter Breiten Nordamerikas im Tiefland (Illinois; Karr 1971). Evolutiv gesehen sind 13 der insgesamt 28 Familien neotropisch oder rein südamerikanische Elemente, 15 kosmopolitisch und nordamerikanisch.Da Naturwald für die Naturschutzziele besser in bezug auf Abundanzen, Körpermassenverteilung, Territorialität, und Anteil von Spezialisten und Endemiten als Sekundärwald ist, wird der Schutz der verbliebenen Naturwaldfragmente in der Sierra Yalijux als essentiell bewertet, da nur so Spezialisten und Endemiten langfristig vor dem regionalen Ausstreben gerettet werden können. Als Zielarten können Quetzal Pharomachrus mocinno und Yucatán-Brüllaffe Alouatta pigra herangezogen werden, da sie einerseits direkt vom Naturwaldbestand in langer Sicht abhängig und andererseits markant in Habitus und Verhalten sind. In Sekundärwuchs (jünger als 10 Jahre) kommt der Brüllaffe gar nicht vor und der Quetzal nur solange dort die typischen Totholz-Brutbäume noch übrig geblieben sind. Aus diesen Gründen ist der Schutz des verbliebenen Naturwaldes unbedingt erforderlich, um Arten wie z. B. den Quetzal langfristig vor dem Aussterben zu bewahren.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Renner, Swen Christoph
Contributors dc:contributor
  • Mühlenberg, Michael Prof. Dr.
  • Schaefer, Matthias Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 18

Rights

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Language dc:language
eng

Identifiers

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Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-588
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-525-1
webdoc-525
377338281
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AE82-D

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source
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Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Renner, Swen Christoph. Structure and diversity of cloud forest bird communities in Alta Verapaz, Guatemala, and implications for conservation.. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AE82-D