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Georg-August-Universität Göttingen

Vogelnest-Prädation in Waldrandgebieten in Lore Lindu National Park, Zentral Sulawesi, Indonesien

Abstract

dc:description

Die sulawesischen Regenwälder werden durch anthropogenen Einfluss in ihrer natürlichen Dynamik gestört. Waldstrukturen werden zerstört und durch Habitatfragmentierungen nachhaltig verändert. Es entstehen große Flächen von Waldrand-Lebensräumen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Einfluss von Prädatoren, Vegetationsdeckung und anthropogenen Aktivitäten auf die Population von Vogelarten, die ihre Nester auf dem Boden oder in der Strauchschicht bauen, in ursprünglichen und veränderten Habitaten untersucht.Die Freilanduntersuchungen wurden auf Sulawesi in zwei unterschiedlichen Tälern (Palolo- und Napu-Tal) durchgeführt, wo die Zerstörungen und Habitatveränderungen ursprünglicher Waldgebiete sehr stark sind. Folgende Habitattypen wurden zum Vergleich ausgewählt: Naturwald und verschiedene Landnutzungstypen (Waldrand, Waldgarten, Kaffeeplantage und Sekundärwald).In Feldexperimenten mit künstlichen Nestern, die auf dem Boden und in der Strauchschicht installiert waren, sollte die Prädation auf das Gelege untersucht werden. Für die Identifizierung der Nesträuber wurden automatische Kameras in Nestnähe aufgebaut. Die Haupt-Prädatoren wurden mit Lebendfallen gefangen, die Arten bestimmt und ihre Dichte ermittelt. Des Weiteren wurden das natürliche Brutverhalten der oben genannten Vogelarten und die Störungen durch anthropogene Aktivitäten untersucht.Ergebnisse: In allen untersuchten Habitattypen gab es bei den Nestern auf dem Boden keinen signifikanten Unterschied in der Prädationsrate. Die Prädatoren waren auf allen Flächen gleichmäßig verteilt.Die Prädationsrate der Nester in der Strauchschicht unterschied sich aber signifikant mit den Habitattypen. Der höchste Prädationsdruck zeigte sich an Waldrändern und der geringste im Naturwald.Insgesamt wurden die Gelege auf dem Boden stärker beraubt als die Gelege in der Strauchschicht. Die Artenzahl und Abundanz von Prädatoren waren auf dem Boden höher als in der Strauchschicht. Im Vergleich der Habitattypen zeigte der Naturwald die geringste Artenzusammensetzung an Prädatoren. .Folgende Prädatoren wurden beobachtet: Bei den Nestern auf dem Boden: Nagetiere (z.B. Ratten) und Reptilien (z.B. Warane und Schlangen), Katzen und Hunde. Bei den Nestern in der Strauchschicht: Nagetiere (Muridae und Sciuridae), Zwergcuscus, Makkaken, Katzen, Vögel und Schlangen. Einige Prädatoren (z.B. Hausratte, Katzen und Hunde) wurden erst durch den Menschen in die Waldrandgebiete eingeführt. Die Familie der Muridia (Nagetiere) wie z.B.: Paruromys dominator und Rattus hoffmannistellte den Hauptanteil der Prädatoren.Es spielte auch die Anwesenheit von Top-Prädatoren, die wiederum Einfluss auf andere Räuber haben, eine Rolle. Top-Prädatoren (z.B. Viverra tangalunga - Malay palm civet) wurden nur im Naturwald entdeckt. Sie können in diesem Habitat die Anzahl kleiner Nagetiere (z.B. Ratten) reduzieren und das Risiko eines Nestraubes in der Strauchschicht vermindern. Das Fehlen eines Top-Prädators in den Waldrandgebieten mag dieses Risiko nicht mindern, da die Populationen kleiner Nagetiere nicht beeinflusst werden.Die Vegetationsdeckung scheint ein entscheidender Faktor für den Prädationsdruck in der Strauchschicht zu sein. Durch menschliche Aktivitäten werden die Strauchschichten im Waldrandbereich gelichtet und somit die Wahrscheinlichkeit, dass Prädatoren das Gelege entdecken, erhöht. Die Kombination zwischen Strauchdichte und starker Kronendeckung eines Naturwaldes kann die Nester in der Strauchschicht besser schützen. Die geringe Strauchdichte und schwache Kronendeckung in den Waldrandgebieten bieten diesen Schutz nicht.Die menschlichen Aktivitäten (z.B. Plantagenwirtschaft mit Kaffee und Kakao, Sammeln von Wildpflanzen, Nutz- und Brennholz und Fallenjagd) begünstigen die Strategien der Prädatoren beim Auffinden der Vogelnester und deren Gelege und stören das Brutverhalten der Vögel.Die expandierende Landwirtschaft und andere fortschreitende Landnutzungen sind zwei Hauptfaktoren, die die Wälder Sulawesis immer stärker bedrohen. Die Fragmentierung ursprünglicher Wälder, die daraus resultierenden Randeffekte, die Artenzusammensetzung der Prädatoren und ihre Abundanz, die Abwesenheit eines Top-Prädators, die reduzierte Vegetationsdeckung und die menschlichen Aktivitäten bewirken einen erhöhten Prädationsdruck auf die Nester in der Strauchschicht in Waldrandgebieten. Die Erkenntnisse dieser entscheidenden Faktoren können für das Management in einem Nationalpark nützlich sein und sollten berücksichtigt werden. Mit Hilfe eines Schutzkonzeptes können die optimalen Habitateigenschaften für die betroffenen Vogelarten erhalten bzw. neu geschaffen werden, damit auch unsere nachfolgenden Generationen die sulawesischen Waldgebiete und deren Vogelfauna in ihrer einzigartigen Vielfalt erleben.

Author and committee

dc:creator, dc:contributor.*
Author dc:creator
  • Pangau-Adam, Margaretha Zusje
Contributors dc:contributor
  • Mühlenberg, Michael Prof. Dr.
  • Schaefer, Matthias Prof. Dr.
  • Leuschner, Christoph Prof. Dr.

Subjects

dc:subject × 22

Rights

dc:rights
Language dc:language
eng

Identifiers

dc:identifier.*
Identifier
https://dx.doi.org/10.53846/goediss-585
urn:nbn:de:gbv:7-webdoc-516-1
webdoc-516
377486574
OAI identifier oai:identifier
oai:ediss.uni-goettingen.de:11858/00-1735-0000-0006-AE7F-8

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source
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Georg-August-Universität Göttingen
Base URL
ediss.uni-goettingen.de/oai/request
Last updated
2026-07-24
Source record
OAI-PMH GetRecord
citation

Pangau-Adam, Margaretha Zusje. Vogelnest-Prädation in Waldrandgebieten in Lore Lindu National Park, Zentral Sulawesi, Indonesien. 2012. https://hdl.handle.net/11858/00-1735-0000-0006-AE7F-8